Eine Rose zur Erinnerung an Elisabeth von Thüringen

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 Elke Fritz und Gerlinde Hellweg-Beckert erfreuen eine Bewohnerin mit den Biskuitrosen anlässlich des Elisabethentags.
Elke Fritz und Gerlinde Hellweg-Beckert erfreuen eine Bewohnerin mit den Biskuitrosen anlässlich des Elisabethentags. (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

Seit mehr als zehn Jahren treffen sich engagierte Frauen der Sigmaringer Pfarrgemeinde St. Johann einige Tage vor dem Elisabethentag in der Roystraße. In der Küche der Familie Dollinger wird unter der fachkundigen Anleitung von Petra Dollinger ein Nachmittag lang abgewogen, gerührt, gebacken und verpackt. 650 Rosenblüten aus Biskuit, sorgfältig in Cellophan gehüllt und mit einer Rosenkarte versehen, sollen noch vor dem 19. November von den Pfarrgemeindemitgliedern ins Josefinenstift und ins Michaelisstift gebracht werden.

Die Aktion erinnert an das sogenannte Rosenwunder von Landgräfin Elisabeth von Thüringen (1207 bis 1231). So soll sie auf ihrem Weg von der Wartburg zu den Bedürftigen Eisenachs von ihrem Gatten, dem Landgrafen von Thüringen, aufgehalten worden sein. Ludwig, von seiner Umgebung aufgehetzt, forderte seine Frau auf, den Deckel ihres Korbes zu öffnen. Darin fanden sich anstelle des vermuteten Brotes Rosen. Früher wurden an ihrem Gedenktag, dem 19. November, milde Gaben und Geschenke an Bedürftige verteilt. An diese alte Tradition knüpfen die Frauen von St. Johann mit ihrer Aktion an.

In Begleitung dreier Mitarbeiterinnen verteilten sich die Anwesenden auf die Wohnbereiche des Josefinenstiftes, schenkten in Erinnerung an Elisabeth von Thüringen Hinwendung und mitgebrachte Gaben. Auf dem Wohnbereich zwei führte Elke Fritz die Besucherinnen herum und stellte den Heimbewohnern die Gäste und den Grund ihres Besuches vor. An jeden der 28 Bewohner richtete sie persönliche Worte, hörte zu, streichelte Hände, tröstete, wenn Tränen flossen und freute sich mit den Menschen, wenn sie in ein strahlendes Gesicht blickte.

Gerlinde Hellweg-Beckert überreichte die kleine Gabe und las den Spruch auf der Rosenkarte vor. Nach eineinhalb Stunden war die Aktion beendet, alle Biskuitröschen verteilt, und die Besucherinnen verabschiedeten sich bis zum nächsten Jahr.

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