Ein Leben mit Pflanzen, Musik und Sport

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Der Garten ist ihre Freizeitbeschäftigung: Gemeinsam packen Lore und Franz Ruhnau dort an.
Der Garten ist ihre Freizeitbeschäftigung: Gemeinsam packen Lore und Franz Ruhnau dort an. (Foto: Helmut Stroppel)
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Eine Diamantene Hochzeit, also 60 gemeinsame Jahre, das schaffen nicht viele. Doch Lore und Franz Ruhnau können das von sich behaupten. Die Eheleute wohnen im Gutensteiner Schlossweg in ihrem Eigenheim, von Langeweile gibt es keine Spur. Sie lassen alles etwas ruhiger angehen, der Garten und die Blumen beschäftigen die Ruhnaus aber nach wie vor. „Etwas muss man doch tun, man kann doch nicht einfach bloß reinhocken“, sagt die Jubilarin direkt.

Im Eingangsbereich des Hauses werden Gäste gleich von Pflanzen verschiedenster Arten empfangen und auch hinter dem Haus und im Garten wird gesät, gepflanzt und gezüchtet. Von zahlreichen Blumen gewinnt Lore Ruhnau die Samen für die folgenden Jahre, sogar aus dem Türkeiurlaub brachte sie die Samen eines unbekannten Baumes mit und präsentierte stolz die jungen Pflanzen: „Wenn etwas gelingt, ist die Freude riesengroß.“

Außerdem spielte Lore Ruhnau über 55 Jahre mit Leidenschaft die Gutensteiner Kirchenorgel, was in früheren Jahren mit vier kleinen Kindern nicht so einfach war: „Spielen in der Frühmesse, beim Hauptgottesdienst, bei der Andacht am Nachmittag, dazwischen noch kochen.“ Dazu dirigierte sie über 15 Jahre lang den Kirchenchor und wurde für die 50-jährige Mitgliedschaft im Kirchenchor mit einer Urkunde des Diözesan-Cäcilien-Verbandes ausgezeichnet. Noch heute geht sie außerhalb der Gottesdienste in die Kirche und frönt ihrem geliebten Orgelspiel.

Franz Ruhnau, der seiner Frau im Garten fleißig zur Hand geht, war von Anfang an ein Vereinsmensch. Als passionierter Jäger und Pächter mit einer Jagdgemeinschaft gehörte er über 40 Jahre den Meßkircher Jagdhornbläsern an, spielte in der aktiven Musikkapelle und in der Seniorenmusik über Jahrzehnte das Flügelhorn und machte als pfeilschneller Linksaußen bei den Gutensteiner Kickern auf sich aufmerksam. Später freundete er sich noch mit dem Tennisspiel an und war über 20 Jahre als Platzwart tätig. Sportlich kann er sich nicht mehr so betätigen, verfolgt aber das gesamte Sportgeschehen mit Interesse am Fernsehen und in der Zeitung.

1935 wurde Franz Ruhnau im Ermland in Ostpreußen geboren, 1945 floh er mit seiner Familie in ein Lager nach Dänemark. Zwei Jahre später kam die Familie über Offenburg und Stockach nach Gutenstein. Neun Jahre arbeitete er in einem Textilbetrieb, begann dann eine Chirurgiemechanikerlehre und machte bald danach den Meister. Seine Frau Lore wurde in Gutenstein geboren, arbeitete als Sekretärin bei einem Regierungsveterinärrat in Sigmaringen und wechselte dann zur Landesbank. Schon Anfang der 50er-Jahre erhielt sie Orgelunterricht, mit 16 Jahren übernahm sie die Organistentätigkeit in Gutenstein. Coronabedingt verzichtet das Ehepaar auf einen Dankgottesdienst und feiert am Mittwoch nur im kleinen Rahmen.

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