Dodokay spricht den Schwaben Mut zu

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 Schwäbisch für Fortgeschrittene: 350 Gäste hängen Dodokay in der Stadthalle an den Lippen.
Schwäbisch für Fortgeschrittene: 350 Gäste hängen Dodokay in der Stadthalle an den Lippen. (Foto: Fotos: Cäcilia Krönert)
Cäcilia Krönert

„Wir alle wissen, dass es bloß Klischees sind, dass uns Schwaben mehr ausmacht als Häusle bauen, gelben Sack raustragen oder den ganzen Tag nur Linsen mit Spätzle fressen!“ Das ist die Kernbotschaft von Dominik Kuhn alias „Dodokay“ am vergangenen Freitagabend in der Stadthalle Sigmaringen gewesen. In seinem neuen Comedy-Programm „Genau mein Ding“ begeisterte der Comedian und Youtube-Star rund 350 Gäste zwischen acht und 80 Jahren aufs Allerfeinste. „Den 15. November vergisst ab sofort keiner mehr, denn ab dem Tag werden wir Schwaben der Welt zeigen, dass wir ein großes Herz haben auch ohne Schnellkochtopf kochen können“, fasste der vielseitig talentierte Vorzeige-Schwabe mit dem lustigen Künstlernamen Dodokay am Ende seines fast dreistündigen Programms für alle zusammen.

„Er hat einen hohen Wiedererkennungswert, diese Situationen, die er aus dem Alltag erzählt, gerade das mit dem gelben Sack oder mit der Kehrwoche ist einfach urig. Das gefällt mir sehr“, sprudelte es aus Nadine Biegger nur so heraus. „Wir sind sehr enge Freundinnen und ich habe ihr das Ticket zum Geburtstag geschenkt“, ergänzte Nebensitzerin Janina Göhring, die mit Nadine Biegger im gleichen Unternehmen in Ravensburg arbeitet.

Herr der Dialekte

„Wir haben auf Youtube die Videos von dem SV49 gesehen und fanden das immer echt zum Schießen“, sagte Janina Göhring und machte aus der Idee kurzerhand ein Geschenk für ihre Freundin. Gerade diese synchronisierten Werbungen aus den 1980er-Jahren, die fester Bestandteil in seinen Shows sind, seien einfach nur genial, sagte Göhring. „Dieses Tief-Schwäbische gemischt mit verschiedenen anderen Dialekten ist klasse“, fügte das Geburtstagskind hinzu. Es habe sich auf jeden Fall gelohnt, herzukommen, schwärmten die beiden Frauen aus Ravensburg.

So wie sie dachten auch viele andere Gäste, die dem sympathischen Reutlinger an den Lippen hingen. Zielgenau nahm Dodokay die vielen Eigenarten des typischen Schwaben aufs Korn, erzählte von Frau Metzger und ihrer aufdringlichen Stimme und der Nachbarin Frau Hügele, die peinlichst darauf bedacht war, die Kehrwoche im Haus einzuhalten und auf die Mülltrennung im gelben Sack zu achten.

„Wer kennt sie nicht, diese Müll-Opinion-Leader, die als allererste die korrekte Mülltonne am Vorabend um 18 Uhr herausstellen“, erzählte der Komiker im Plauderton, da brauche keiner einen Müll-Plan oder womöglich eine Müll-App.

Spitzfindiger Comedian

In der zweiten Hälfte des Programms baute der spitzfindige und wortgewandte Unterhalter die Gags der ersten Hälfte geschickt ein. So war jeder Satz ein Brüller. Schwaben sprächen gern in der dritten Person, seien auf höchstem Niveau nur zufrieden, liebten Tannennadel-Raumspray und seien vom Schnellkochtopf auf den Thermomix gekommen. Zwei von vielen Phänomenen begleite den urschwäbischen Charakterkopf: sich etwas in den Bart nuscheln, dabei nur ein Wort im Anschluss wiederholen und die Tatsache, dass jeder Satz mit „Ha“ beginne, mit „Ho“ ende und die nochmalige Nachfrage mit der Silbe „Hä“ getätigt werde, erklärte der 50-Jährige.

Feinste Unterhaltung bot Dodokay in verschiedenen Stimmlagen und einem perfekten Mimik-Spiel. Da ist es kein Wunder, dass dem Multitalent tausende Fans auf Youtube folgen, seine Werbe-Spots von Müllers-Mühle-Eintopf lieben und den neuen Thriller „1000 Glotzböbbele des Dr. Mabuse“ herunterladen.

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