Die Wendelinusquelle versorgt Laiz weiter mit Trinkwasser – zumindest vorerst

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 Das Wasser der Wendelinusquelle, das nicht als Trinkwasser benötigt wird, fließt in den Bach.
Das Wasser der Wendelinusquelle, das nicht als Trinkwasser benötigt wird, fließt in den Bach. (Foto: Laura Keiß)
Redaktionsleitung

Zumindest vorerst trinken die Menschen in Laiz weiter Wasser aus der Wendelinusquelle. Erst im Jahr 2020 soll über die Zukunft der Quelle entschieden werden. Dies sagte der Leiter der Stadtwerke Sigmaringen, Bernt Aßfalg, am Mittwoch in der Sitzung des Werk- und Verwaltungsausschusses des Gemeinderats. Eine Sanierung der Quelle würde aus heutiger Sicht zwischen 800 000 und 1 000 000 Euro kosten.

Eine Interessengemeinschaft hatte im Frühjahr 522 Unterschriften zum Erhalt der Wendelinusquelle gesammelt. Mit ihren Unterschriften wollten die Bürger ihren Willen zum Erhalt der Quelle bekunden, die einen Großteil des 3000 Einwohner umfassenden Stadtteils mit Trinkwasser versorgt. Lothar Scheit von der Interessengemeinschaft sagte damals: „Alle, die den Vergleich zum Sigmaringer Wasser haben, sagen: Das Laizer Wasser ist besser.“ Diese Einschätzung aufgreifend, sprach der Stadtwerke-Chef von einem „weicheren Laizer Wasser im Vergleich zum Sigmaringer“.

Nach Einschätzung der Stadtwerke ist die Versorgung des größten Sigmaringer Stadtteils problemlos mit Wasser über den Hochbehälter Wittberg möglich. Laut den Stadtwerken steht 150 Prozent mehr Wasser zur Verfügung als benötigt wird. Die leistungsstärkste Quelle in Sigmaringen ist der Brunnen Oberrieder, der mit rund 80 Litern pro Sekunde vier Mal so viel Wasser liefert als die Wendelinusquelle. Falls notwendig kann Sigmaringen die Bodenseewasserversorgung anzapfen. Aktuell stammen rund zehn Prozent des Wassers aus dem Bodensee.

Laiz kann von heute auf morgen anderweitig versorgt werden

Um die Versorgung sicherzustellen, müsse die Wendelinusquelle also nicht weiter genutzt werden. Trotzdem wollen die Stadtwerke eine Sanierung prüfen: Über 20 Wochen soll die Wasserqualität analysiert werden. Außerdem wurde ein geologisches Gutachten in Auftrag gegeben, das die Herkunft der Quellwassers ermitteln soll. Erst in gut einem Jahr könne der Geologe seine Ergebnisse vorlegen.

Das Gutachten ist notwendig, weil eine Erdbohrung im Jahr 2015 im Paulter Weg die Qualität des Wasser minderte. Wegen einer Eintrübung des Wassers musste die Quelle zwei Wochen lang stillgelegt werden. Erst als die Bohrung verschlossen wurde, hätten sich die Schüttmenge und die Qualität des Wassers wieder normalisiert, so Aßfalg. Da die Bohrung außerhalb des Wasserschutzgebiets erfolgte, müsse das Gebiet neu abgegrenzt werden.

Zu den Kosten: Vor acht Jahren war die Stadt von 300 000 Euro ausgegangen. Baupreissteigerungen katapultierten die Kosten auf 450 000 Euro. Sollte der Einbau einer Aufbereitungsanlage notwendig werden, käme noch einmal ein Betrag von rund einer halben Million Euro hinzu. Argumente über das Für und Wider einer Sanierung wurden in der Sitzung nicht ausgetauscht. Diese Diskussion wird der Gemeinderat führen müssen, wenn er über die Sanierung entscheiden wird.

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