Die neue Mengener Mischung ist fertig

 Mehr als 50 Pflanzenarten finden sich in der Mengener Mischung.
Mehr als 50 Pflanzenarten finden sich in der Mengener Mischung. (Foto: Nabu)
Schwäbische Zeitung

Seit mehr als zehn Jahren gibt es beim Naturschutzbund (Nabu) Mengen Scheer Hohentengen Ostrach die „Mengener Mischung“ mit Samen von den bunten, artenreichen Blumenwiesen unserer Landschaft, die immer weniger werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturschutzbunds. Mit dieser lokalen Samenmischung möchte der Nabu helfen, die genetisch an unsere Landschaft angepasste Pflanzenvielfalt der noch artenreichen Wiesen wieder weiter auszubreiten. Denn unsere Insekten haben sich darauf eingestellt und brauchen sie, für die Nahrungssuche und ganz besonders für die Eiablage zur Fortpflanzung. Finden sie dazu ihre speziellen Pflanzen nicht, gibt es keine neuen Schmetterlinge, Wildbienen und andere mehr. Darum ist es sehr hilfreich, wenn in vielen Gärten oder auch öffentlichen Grünflächen solche kleine, bunten Wiesen entstehen.

Seit Anfang Juni waren Anita Schmidberger aus Scheer, Anke Irmler aus Ölkofen, Birgit Bayer aus Ostrach/Wangen und Werner Löw aus Ennetach in den schönsten Wiesen unterwegs, um die jeweils gerade reifen Samen von Wiesenblumen zu sammeln. Sie sammelten jeweils in ihrer Umgebung. Das ist gut für die genetische Vielfalt der Samenmischung und belastet die einzelnen Wiesen kaum. Die Bauern wissen Bescheid und lassen die Naturschützer mit einem verständnisvollen Lächeln gewähren. Von Mai bis Ende August blühen laufend andere Pflanzen. Besonders bis zum Heuet ab Mitte Juni, wenn die meisten Blumen blühen und Samen reif werden, wird es immer zum Wettlauf gegen die Mähmaschinen. Beim Nabu ist man den Bauern dankbar dafür, dass es diese artenreichen Wiesen noch gibt, sie entsprechend naturschonend bewirtschaftet werden und somit auch die „Mengener Mischung“ möglich wird, heißt es in dem Schreiben.

Die gesammelten Samenstände wurden in der Sonne getrocknet, danach geklopft oder gerieben und mehrfach gesiebt, um mit möglichst wenig Spreu die Samenkörner daraus zu gewinnen. Nach diesen recht zeitaufwendigen Prozeduren sind sie gemischt und auf der Feinwaage eingetütet worden. Erhältlich sind die Tüten a 35g/10m² mit Samen von rund 55 Pflanzenarten bei Werner Löw in Ennetach, Scheererstraße 27, Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag von 15 bis 17 Uhr und jeweils nach Bekanntgabe auf den Wochenmärkten in Mengen und Ostrach.

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