Die Malteser haben einen VW T5 mit 567 139 Kilometern - wer bietet mehr?

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 Die Maltester sind mit dem T5 mehr als eine halbe Million Kilometer gefahren.
Die Maltester sind mit dem T5 mehr als eine halbe Million Kilometer gefahren. (Foto: Heger)
Lukas M. Heger

Mehr als 2 950-mal nach Stuttgart und zurück, 14 Erdumrundungen oder 384 400 Kilometer bis zum Mond und wieder ein gutes Stück Richtung heimische Garage – es gibt viele verrückte Rechnungen, die man mit dem Kilometerstand des VW T5 der Sigmaringer Malteser anstellen kann. Achteinhalb Jahre war der Bus für Krankentransporte und Dialyse-Fahrten im Einsatz, hat in dieser Zeit insgesamt 567 139 Kilometer gesammelt und wird jetzt ausgetauscht.

Nicht nur bei den Kilometern kam was zusammen, auch bei den Einsätzen. „Insgesamt wurden mit dem Bus 14 267 Einsätze gefahren und 12 100 Patienten transportiert“, erklärt Fabian Vees, stellvertretender Leiter der Malteser-Rettungswache in Sigmaringen. „Damit ein Auto so etwas leisten kann, muss es natürlich gepflegt werden. Mehrmals wurden deshalb Motorteile ausgetauscht und sogar das Getriebe ersetzt“, so Vees, der in diesem Zusammenhang auch die Werkstatt lobt: „Wenn wir kommen, stehen sie dort für uns bereit und unsere Autos werden sofort versorgt.“

Den guten Zustand des Autos kann auch Max Vettermann bestätigen, laut des Rettungssanitäters sind „immer alle Fahrer sorgfältig mit dem Bus umgegangen. Einen Unfall hatte der nie. Nur einmal hat ein Kollege einen Stein mitgenommen, danach musste die Seite neu lackiert werden.“ Der 22-Jährige ist seit 2015 fast jeden zweiten Dienst mit dem Bus gefahren und verbindet mit dem VW eine Vielzahl von Erlebnissen auf den Straßen im Kreis Sigmaringen – und auch daneben. „Einmal hat uns das Navi fehlgeleitet und wir sind bei Eis und Schnee in einem Wald steckengeblieben, da mussten wir uns dann rausziehen lassen“, erinnert sich Vettermann, der sonst fast nur positive Erinnerungen an das rot-weiße Auto hat. „Ich bin mehrere hundert Einsätze mit dem Bus gefahren, habe mit ihm die 444 444 Kilometer geknackt. Aber jeden Sommer gab es das gleiche Problem: eine kaputte Klimaanlage“, gibt der Rettungssanitäter lachend zu.

In der Vergangenheit wurden alle Mängel innerhalb kürzester Zeit behoben, das Einsatzfahrzeug musste jedes Jahr zum TÜV, der nächste Prüftermin wäre erst Anfang des kommenden Jahres. Den muss jedoch der neue Besitzer wahrnehmen, denn der Bus wird ausgemustert. Die medizinische Ausstattung ist schon abmontiert, der Schriftzug entfernt. Nun wird der T5 gegen ein baugleiches Fahrzeug aus Freiburg ausgetauscht, schließlich zeigt dessen Kilometerzähler nur etwas über 300 000 an.

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