Die letzte Ehre: Eine Krone schmückt den Sarg

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Vertreter der Hüttenkapelle Laucherthal halten in der Hedinger Kirche die Totenwache für den Verstorbenen Fürsten. Hunderte Mens
Vertreter der Hüttenkapelle Laucherthal halten in der Hedinger Kirche die Totenwache für den Verstorbenen Fürsten. Hunderte Mens (Foto: Felix Kästle)
Schwäbische Zeitung

Hunderte Sigmaringer haben sich gestern von Friedrich Wilhelm Fürst von Hohenzollern verabschiedet. In der Hedinger Kirche ist den ganzen Tag über der Sarg des Verstorbenen aufgebahrt gewesen. Dem Fürstenhaus nahestehende Organisationen hielten die Totenwache. Am heutigen Donnerstag ist die Beisetzung.

Von unserem Redakteur  Michael Hescheler

In die Hohenzollern-Fahne gehüllt ist der Sarg mit dem verstorbenen Fürsten in der Mitte des Chores aufgebahrt. Eine Frau legt eine rote Nelke vor dem Sarg nieder und begibt sich zur Kirchenseite, um in das Kondolenzbuch zu schreiben.

Viele tun es ihr gleich, nehmen in einer Bank Platz und verweilen einige Zeit in der Kirche. Alle halbe Stunde wechselt die Totenwache. Die Hüttenfeuerwehr, die Hüttenkapelle, der Malteser Hilfsdienst, die Hohenzollern-Kürassiere und die Förster übernehmen diesen Dienst. Zur vollen und zur halben Stunde marschieren sechs Mann fast lautlos über den Mittelgang ein und lösen ihre Kameraden ab. Sie bilden einen würdigen Rahmen.Viele nehmen Abschied

„Schön zu erleben, wie fünfjährige Kinder und alte Menschen nach Hedingen kommen und danke sagen“, sagt Raimund Friderichs, der als Leiter des fürstlichen Forstbetriebs die Totenwache organisierte. Auf dem Sarg befindet sich eine nachgebildete Krone. Sie soll der Fürstenwürde Ausdruck verleihen.

Schon bei der Beisetzung des Fürsten Friedrich (der Vater des Verstorbenen) schmückte sie den Sarg. Die an den Fürsten verliehenen Ordenszeichen und die Krone werden den Trauerzug anführen. Das Requiem wird um 11 Uhr beginnen und vom Freiburger Weihbischof Rainer Klug geleitet. Ein Dutzend Konzelebranten haben sich angesagt.

Lediglich ein Vertreter des Ritterordens der Malteser wird einen Nachruf sprechen.

Von den Förstern wird der Sarg am Ende des Gottesdienstes in den Kreuzgang der Kirche getragen. Die Hüttenkapelle wird den Trauermarsch von Chopin spielen, das fürstliche Bläsercorps zum Abschluss der Zeremonie „Jagd vorbei Halali“. Stand gestern Abend haben lediglich geladene Gäste Zutritt zur Kirche. Falls Plätze freibleiben werden, würde die Kirche kurzfristig geöffnet, kündigte Peter Brodmann von der Unternehmensgruppe an.

Auf dem Vorplatz befindet sich eine drei Mal vier Meter große Leinwand, auf der die Zeremonie zu sehen sein wird. Alle Trauergäste sollen die Gelegenheit bekommen, dem verstorbenen Fürsten im Kreuzgang die letzte Ehre zu erweisen. Beigesetzt wird der Sarg in aller Stille in einer Nische des Kreuzgangs.

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