Die Frauen warten und haben Angst

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Frauen warten, bangen und hoffen.
Frauen warten, bangen und hoffen. (Foto: Gabriele Loges)
Schwäbische Zeitung

Einen Theaternachmittag mit der Theatergruppe „Rolle Vorwärts“ unter Leitung von Lilo Braun gibt es am Donnerstag, 12. April, im Gemeindehaus St. Fidelis. Das Theater beginnt um 18 Uhr und endet gegen 19.15 Uhr. Bereits ab 16.30 Uhr werden Kaffee, Getränke und ein kleiner Imbiss gereicht. Karten gibt es im Vorverkauf im Pfarrbüro „Mittendrin“ zum Preis von sieben Euro. Die Veranstaltung wird von den Kirchen der Stadt Sigmaringen gemeinsam organisiert.

Zehn Frauen in einem Dorf auf der Schwäbischen Alb verkörpern, kurz nach Ende des II. Weltkriegs, in der „Nachkriegszeit“, das Warten auf die Männer und die Angst vor der Zukunft. Jedes Schicksal ist ein Einzelschicksal und doch leiden alle gemeinsam: Die Frauen warten und haben Angst.

Wie kommen die Männer zurück, wenn überhaupt. Wie damit umgehen, wenn beide Seiten sich in der Abwesenheit verändert haben.Ist noch eine Zusammenführung möglich? Wie kann man überhaupt im Krieg leben? Hilft der Humor, auch wenn er manchmal sehr schwarz ist? Die Schande ist allgegenwärtig: Wie geht man mit unehelichen Kindern, gezeugt bei Vergewaltigungen, um.

Wie sich der Krieg nachhaltig auf die Lebensläufe der Frauen auswirkt zeigt dieses Stück anschaulich. Die Schauspielerinnen sprechen Mundart. Das in der eigenen Sprache reden ist authentisch und stärkt das Gesagte auf das eindrücklichste. Die „Kittelschürze“ scheint das einzige Kleidungsstück zu sein und symbolisiert gleichzeitig den harten Kampf ums Überleben, sei es bei der Beschaffung von Lebensmitteln oder der Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe.

Die Idee und das Textbuch zu „Es ist ein Weinen in der Welt“ stammen von Lilo Braun. Sie hat viele Geschichten aus der Kriegs- und Nachkriegszeit aus der Gegend um Sigmaringen und Meßkirch zusammengetragen und daraus ein fiktives und doch überaus realistisches Dorfleben auf der Alb entwickelt. Unter ihrer Regie nehmen die zehn Schauspielerinnen ihr Publikum zurück in die Vergangenheit und auch in Zeit, die Zukunft weisen möchte: Verständnis für die Not der Menschen, die durch Krieg gebeutelt sind, aber auch das Vermeiden von Krieg, weil das Leid dabei unmenschlich ist.

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