Die Bertha-Benz-Schule soll eine Lernfabrik 4.0 bekommen

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So könnte die Lernfabrik 4.0 aussehen, die Schüler auf die Neuerungen in der Industrie vorbereiten soll.
So könnte die Lernfabrik 4.0 aussehen, die Schüler auf die Neuerungen in der Industrie vorbereiten soll. (Foto: SZ)

An der Bertha-Benz-Schule soll eine sogenannte Lernfabrik 4.0 eingerichtet werden. Das hat der Umwelt-, Kultur- und Schulausschuss des Kreistags am Mittwoch vorberatend beschlossen. Dabei handelt es sich um einen multifunktionalen Lernraum für 16 Schüler, der den digitalen Wandel in der Ausbildungs-, Produktions- und Arbeitswelt berücksichtigt. Mit der Industrie 4.0, so die Kreisverwaltung, kommen neue Anforderungen und Arbeitsanforderungen auf den Fachkräftenachwuchs in Industrie und Handwerk zu. Um Auszubildende darauf vorzubereiten, fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau den Aufbau von solchen Lernfabriken 4.0.an beruflichen Schulen.

Kreisrat Wolfgang Sigrist (CDU) begrüßte die Einrichtung. „Bildung ist unser Pfund.“ Es bleibe nichts anderes übrig als Schritt zu halten, um nicht abgehängt zu werden. Kreisrat Richard Gruber (SPD) sprach sich ebenfalls dafür aus: Die Einrichtung sei eine Art Schaufenster für die Ausbildungsgänge.

Die maximale Höhe der förderfährigen Kosten liegt laut Kreisverwaltung bei 500 000 Euro, der Landkreis rechnet mit 200 000 Euro Förderung vom Land. Zehn Prozent sollen von regionalen Sponsoren kommen, der Schulträger, also der Kreis, kommt für die Hälfte der Kosten, also 250 000 Euro auf. Hinzu kommen 62 500 Euro für Fremdleistungen und Sachausgaben. Der Landkreis trägt davon 20 Prozent und somit maximal 12 500 Euro.

Lernfabrik soll 2019 kommen

Die Bertha-Benz-Schule will nun einen Förderantrag einreichen und 2019 eine solche Lernfabrik einrichten Von der Lernfabrik würden die Ausbildungsgänge Mechatroniker, Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Elektrotechniker Energie- und Gebäudetechnik und das technische Gymnasium profitieren. Für die Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau käme eine solche Einrichtung nicht infrage, da dort nicht genügend Bildungsgänge angesiedelt sind.

Ein erster Förderaufruf fand bereits 2015 statt. Seither verfügen bereits 16 berufliche Schulen in Baden-Württemberg über solche Lernlabore. Das Ministerium legt nun eine zweite Tranche auf, die auch kleinere Lösungen ermöglicht und Module erlaubt. Durch einen Umzug in den geplanten Neubau der Bertha-Benz-Schule würden so keine Umbaumaßnahmen fällig, die Module könnten problemlos mitgenommen werden.

Kreisrat Udo Strauß (CDU) regte an, die Lernfabrik dahingegend zu erweitern, dass auch kaufmännische Ausbildungsgänge davon profitieren würden. „Ich finde es wichtig, dass nicht nur der technische Bereich abgedeckt wird“, so Stauß. Landrätin Stefanie Bürkle nahm die Anregung auf und sagte, es sei denkbar, bei einem weiteren Förderaufruf neue Module zur Erweiterung zu beantragen, von denen gegebenenfalls auch andere Berufsschulen im Kreis profitieren könnten. Auch ein „Wissenstransfer“ sei denkbar.

Die Lernfabrik beinhaltet ein Grundlagen-Labor zu digital gesteuerten Produktionsmodulen oder anderen vernetzten Geräten, in dem insbesondere Standard-Aufgaben einer industriellen Fertigung simuliert und die Handhabung von vernetzten Geräten der Energie- und Gebäudetechnik vermittelt werden. Außerdem beinhaltet sie ein verkettetes Maschinen- und Anlagesystem, an dem intelligente Prozesse auf Basis realer Industriestandards erprobt und vernetzte Abläufe gesteuert werden können. Inkludiert ist zudem ein pädagogisches Konzet und die Möglichkeit zur Nutzung der Lernfabrik durch die mittelständische Wirtschaft zu Demonstrationszwecken. Die Bertha-Benz-Schule plant ein Zwei-in-ein-Grundlagen-Labor, das neben dem Grundlagenlabor „Industrie 4.0“ auch ein Grundlagen-Labor „Smart Home“ mit moderner Beleuchtungsanlage zur Ausbildung intelligenter und energieeffizienter Gebäudetechnik beinhaltet.

In den kommenden vier Jahren will der Kreis 3,2 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Ausstattung der Willi-Burth-Schule und die Bertha-Benz-Schule auf den neuesten Stand zu bringen.

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