Die 10. Panzerdivision feiert Jubiläum

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  Geschenk zum 60. Geburtstag durch die Gemeinde Veitshöchheim – eine deutsche Eiche für die Balthasar-Neumann-Kaserne, die Veit
Geschenk zum 60. Geburtstag durch die Gemeinde Veitshöchheim – eine deutsche Eiche für die Balthasar-Neumann-Kaserne, die Veithöchheims Bürgermeister Jürgen Götz von Veitshöchheim (Zweiter von links) dem Kommandeur der zehnten Panzerdivision Generalmajor Harald Gante (Zweiter von rechts) übergibt. (Foto: Samuel Spiegel)
Schwäbische Zeitung

Vor 60 Jahren, am 1. Oktober 1959, wurde die heutige zehnte Panzerdivision als zehnte Panzergrenadierdivision in Sigmaringen aufgestellt. Jetzt später feiert der Großverband das Jubiläum in der heutigen Garnisonsgemeinde Veitshöchheim mit dem höchsten militärischen Zeremoniell: dem Großen Zapfenstreich.

Schon die Ortswahl der Feierlichkeiten zeigte, dass die Bundeswehr in der Region fest verankert ist. Der Divisionskommandeur der zehnten Panzerdivision, Generalmajor Harald Gante, begrüßte die rund 300 geladenen Gäste für den Festauftakt inmitten der Garnisonsgemeinde Veitshöchheim. Er würdigte die Verdienste aller ehemaligen und aktiven Angehörigen der Division: „Bis heute haben hunderttausende Männer, später auch Frauen dafür gesorgt, dass wir die letzten 60 Jahre in Frieden, und ab 1989 auch in Freiheit überall in Deutschland leben können.“

Das Holzbläserquintett des Musikkorps der Bundeswehr spielte eine Auswahl an klassischen Musikstücken von Mozart bis Bizet und erzeugte somit ein festliches Flair. Der zweite Teil des Jubiläums wurde im Anschluss im Rokokogarten begangen. Dort wurde der Große Zapfenstreich begangen, eine besondere Form eines Appells, dem höchsten Zeremoniell der Bundeswehr. Der Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, nahm den Zapfenstreich ab. Das Musikkorps der Bundeswehr unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Scheibling gestaltete den Zapfenstreich musikalisch.

Er folgt stets derselben Form: den Auftakt machte die Serenade mit drei Musikstücken. An diesem Abend waren das der Marsch der Bundeswehr, der Fridericus-Rex-Grenadiermarsch, der Divisionsmarsch der zehnten Panzerdivision, und das Lied der Franken. Danach wurde der Große Zapfenstreich gespielt, zuerst das Locken, dann der Zapfenstreich selbst, und zuletzt das Gebet.

Im Beisein der Gäste aus Politik, Bundeswehr, des öffentlichen Lebens und der Bürger der Gemeinde Veitshöchheim erklang die Nationalhymne. Insgesamt konnte den rund 1300 Bürgern auch das Gewitter zum Ende des Großen Zapfenstreiches die Freude nicht vertreiben.

Staatsminister Florian Herrmann, Ehrengast des Abends und Festredner, gratulierte ebenfalls: Sein Hauptaugenmerk legte er auf die regionale Verbundenheit der Truppenteile der Division in Bayern. „Wir können sehr stolz darauf sein, dass die Truppe hier zu Hause ist“, so Herrmann. Zum Ende seiner Ansprache sprach er den Soldaten der Division seine Anerkennung aus, „Ich danke allen die ihren Dienst in der Division geleistet haben, oder ihn gerade leisten.“

Die Zehnte in Sigmaringen

Die zehnte Panzerdivision Division wurde am 1. Oktober 1959 offiziell in Sigmaringen, Nonnenhof, als zehnte Panzergrenadierdivision in Dienst gestellt. Zunächst wurden der Division die Panzergrenadierbrigade 29 (Pfullendorf) und Panzerbrigade 30 (Ellwangen) unterstellt.

1960 wurden das neu aufgestellten Artillerieregiment 10 (Pfullendorf) der Division eingegliedert und 1962 in die NATO-Kommandostruktur eingebunden. Die Division wurde 1970 in zehnten Panzerdivision umbenannt. Sie war seit 1981 die panzerstärkste Division der Bundeswehr. Unter anderem 1997 stellte die Division Kräfte für die Einsätze auf dem Balkan. Die zehnte Panzerdivision war zeitweilig die größte Division der Bundeswehr.

Am 16. Mai 2009 wurde in Sigmaringen das 50-jährige Bestehen der zehnten Panzerdivision gefeiert.

Die Neuausrichtung der Bundeswehr, die 2010 eingeleitet wurde, führte zu grundlegenden Veränderungen. Am Standort Veitshöchheim wurde zum 1. Oktober 2013 ein Stab für eine neue Division Süd geplant. Ende 2014 wurde die nur noch aus ihrem Stab bestehende Zehnte außer Dienst gestellt. Damit war die alte zehnte Panzerdivision in Sigmaringen Ende 2014 aufgelöst. Im Gegenzug wurde die Division Süd in Veitshöchheim im Dezember 2014 in zehnte Panzerdivision umbenannt.

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