Der Teufel hat recht menschliche Züge

Lesedauer: 5 Min
 Da muss selbst der Teufel lachen.
Da muss selbst der Teufel lachen. (Foto: Helmut Stroppel)
Helmut Stroppel

Die Laienspielgruppe des Theater- und Fasnachtsvereins hat die Premiere des Schwanks „Teufel Sparifankerl“ von Ralph Wallner im voll besetzten Bürgersaal mit Bravour gemeistert. Die ausgezeichneten Schauspieler beeindruckten mit komödiantischem Talent und spielten ihre Rollen unbeschwert und heiter, wofür das Publikum begeistert Beifall spendete.

Der höllisch-heitere Schwank begann bei geschlossenem Vorhang, als Luziferius „Lucki“ Sparifankerl als Schattenbild in der Hölle zu sehen war und von seiner Großmutter aufgefordert wurde, den rechtschaffenen Ziegenbauer Bertl zu einer bösen Tat anzustiften, da das Jahressoll in der Hölle noch nicht erfüllt war.

Sparifankerl, das bayrische Wort für Teufel, tritt in dem spannenden Stück nicht als Figur mit Hörnern und Pferdefuß auf, sondern in einer menschlichen Gestalt, die mit all ihren Stärken und Schwächen zu kämpfen hat. Dieter Fischer ist in dieser Hauptrolle zu sehen, der den Part des listigen Täuschers und Blenders hervorragend ausfüllt: mal lustig, mal turbulent, mal diabolisch. Die Geschwister Senta und Bertl Geißhofer haben große Mühe, ein halbwegs bescheidenes Leben auf ihrem geerbten Bauernhof zu führen. Die immer fröhliche Senta, eine grauenhafte Köchin, perfekt gespielt von Heidi Rzepka, versucht redlich ihren unzufriedenen Bruder von diversen Spitzbübereien abzuhalten und Albin Feig schlüpft gekonnt in die Rolle des Ziegenbauern Bertl, der von einem besseren Leben träumt. Deswegen lässt er sich gerne von seinem besten Freund Nepomuk Stutz, treffend dargestellt von Jannik Amann, zu kleinen krummen Dingen verleiten. Amanns Einstand auf der großen Theaterbühne kann man als gelungen bezeichnen. Doch Sparifankerl verfällt allzu menschlichen Schwächen. Die Reize holder Weiblichkeit in der Person der reichen Goldtalerin, deren Fleischeslust nicht einmal vor dem Teufel zurückschreckt, Petra Käppeler-Fischer glänzt in dieser Rolle, deftig-bayrisches Essen und Schnapslutscher der Blechhoferin, treffend besetzt mit Rebecca Rzepka, setzen seine diabolischen Kräfte außer Kraft.

Michael Rauch gibt der Figur des Grafen von Falkenstein eine besondere Note und Ulrike Castagna lebt die Rolle der seltsam vergesslichen Huberin gekonnt.

Die abwechslungsreiche Geschichte voller Spannung spielt in einer Stube auf einem Ziegenhof mit seiner ärmlichen Atmosphäre, liebevoll gestaltet von der Theatertruppe unter Federführung von Robert Bosch. Eingebaute Spezialeffekte lockerten das Geschehen auf. Sparifankerl stellte beispielsweise seine diabolischen Fähigkeiten unter Beweis, als sich nach dreimaligem Klatschen ein Stuhl selbstständig mehrfach mehrere Meter an eine andere Stelle bewegte.

Auch Wortspiele sorgten ebenso für Lacher: „Er ist ein Teufel, aber wenigstens kein Preuße“ oder andere Anspielungen, wenn Sparifankerl wie Mick Jagger über die Bühne hüpft. Vikar Klaus Käfer war auch angetan von der Aufführung: „Ein amüsantes, ein kurzweiliges Stück, mit unterschiedlichem Humor, es hat mir sehr gefallen. Die Schauspieler haben sehr gut gespielt. Im Saal herrschte eine tolle Atmosphäre.“ Anke Rauch ist als Souffleuse tätig, um die Frisuren kümmert sich Elisabeth Romann. Das Schminken liegt in den Händen von Ute Ruhnau. Thea Kerzenmacher ist für die Kostüme und Philipp Ruhnau für die Special Effects verantwortlich. Die Technik ist Aufgabe von Siegfried und Philipp Ruhnau.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen