Der oberste Richter tritt ab

Lesedauer: 4 Min

Der Präsident des Verwaltungsgerichts Franz-Christian Mattes ist in den Ruhestand eingetreten.
Der Präsident des Verwaltungsgerichts Franz-Christian Mattes ist in den Ruhestand eingetreten. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Der langjährige Präsident des Verwaltungsgerichts Sigmaringen Franz-Christian Mattes (67) ist in den Ruhestand verabschiedet worden. Nahtlos zum 1. Februar hat sein Nachfolger Malte Graßhof (45), der bisherige Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Karlsruhe, das Präsidentenamt übernommen. Dies teilt das Verwaltungsgericht in einer Pressemitteilung mit. Die offizielle Verabschiedung durch Justizminister Stickelberger ist zusammen mit der Amtseinführung des neuen Präsidenten zu einem derzeit noch nicht feststehenden Termin vorgesehen.

Der aus Tuttlingen stammende und in Schramberg und Horb am Neckar aufgewachsene Franz-Christian Mattes hatte sein Amt als Präsident zum 1. Oktober 1998 angetreten und hat es damit mehr als 17 Jahre innegehabt. Dabei machte er für zwei Jahre von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch, den Eintritt in den Ruhestand hinauszuschieben. Aus den Händen von Justizminister Rainer Stickelberger erhielt er am 28. Januar im in Stuttgart die Urkunde des Ministerpräsidenten über die Versetzung in den Ruhestand. Gleichzeitig wurde Malte Graßhof die Ernennungsurkunde zum künftigen Präsidenten des Verwaltungsgerichts Sigmaringen ausgehändigt.

Franz-Christian Mattes hatte seine berufliche Laufbahn 1977 als Richter beim Verwaltungsgericht Sigmaringen begonnen. Vor der Übernahme des Präsidentenamts beim Verwaltungsgericht Sigmaringen war er Vizepräsident des Verwaltungsgerichts Freiburg. Während seiner Präsidentschaft stand das Verwaltungsgericht Sigmaringen diesem und den beiden deutlich größeren Verwaltungsgerichten im Land in Stuttgart und Karlsruhe in nichts nach. Bereits im Jahr 1999 hielt die Videokonferenztechnik mit der Möglichkeit der Zuschaltung von Prozessbeteiligten von auswärts hier Einzug in den Gerichtsalltag und frühzeitig wurde der damals neue E-Mail Verkehr mit den Behörden erprobt.

Die Richterrobe trägt Mattes trotz des Ruhestands weiter. Denn er bleibt weiterhin – im Ehrenamt – Vizepräsident des Verfassungsgerichthofs des Landes Baden-Württemberg. In diese hohe Funktion wurde er erst im letzten Sommer vom Landtag erneut für eine weitere Wahlperiode von neun Jahren berufen.

Der 1970 in Bonn geborene Malte Graßhof kehrt als Präsident an den Ursprung seiner beruflichen Tätigkeit zurück. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Bonn und Freiburg und der Ablegung der Ersten und Zweiten juristischen Staatsprüfung schlug er das Angebot, in den Auswärtigen Dienst einzutreten aus und begann im Januar 1999 als Richter beim Verwaltungsgericht Sigmaringen. Schon nach zwei Jahren wurde er von hier für vier Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet. Weitere Stationen waren das Justiz– und das Staatsministerium Baden-Württemberg, der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften und der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg. 2013 erfolgte die Ernennung zum Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts Karlsruhe.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen