Der Jakobsweg wird in einer Trilogie zum Albtraum

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 Herbert Noack liest und zeigt Bilder vom Jakobsweg.
Herbert Noack liest und zeigt Bilder vom Jakobsweg. (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

Im Untergeschoss der Stadtbibliothek hat im Rahmen der Lesereihe „Sigmaringen liest“ der Autor Herbert Noack Passagen aus seinem Buch „Albtraum Jakobsweg“ vorgetragen.

Noack, ein unermüdlicher Pilger auf sämtlichen Jakobswegen Europas, erreichte 2017 zusammen mit seiner Frau das Ziel aller Wege, die Grabstätte des heiligen Jakobus. Während der fünfzehn Jahre dauernden Pilgerreise, eingeteilt in kürzere und längere Etappen, notierte er am späten Nachmittag nach der Ankunft in der Herberge und vor dem Abendessen die Erlebnisse des Tages. Aus diesen Niederschriften entwickelte sich eine Krimi-Trilogie, die nunmehr mit der Erscheinung des letzten Bandes „Fluch und Segen – Camino Francés“ abgeschlossen ist.

Traum oder Albtraum? Worum geht es im Roman? Das Pilgerehepaar Sarah und Franz hat einen Traum. Die 2500 Kilometer lange Wegstrecke nach Santiago de Compostela wollen sie in einem Durchmarsch bewältigen. Wie in den beiden Bänden zuvor werden sie auf dem Camino Francés, dem spanischen Pilgerweg, erneut in verbrecherische Machenschaften verwickelt, der Traum vom „Beten mit den Füßen“ wird zum Albtraum.

Noack beginnt seine Lesung mit einem Massaker, das Dutzende von Gänsegeiern an einer männlichen Leiche verüben, während Pilger, darunter Franz und Sarah, den Weg passieren. Sarah fragt ihren Mann, der sich über den Körper beugt: „Sag es mir endlich, ist es Anna?“

Anna, die Tochter des Ehepaares, ist seit Tagen verschwunden, taucht aber immer mal wieder auf, sei es auf Fahndungsplakaten oder in mysteriösen Anrufen, wodurch die Eltern während ihrer 800 Kilometer langen Pilgerreise durch Spanien in Angst und Schrecken gehalten werden.

Mit Fotos romanischer Brücken und Kirchen, schönen Sonnenaufgängen oder endlos langen Pilgerwegen visualisiert Noack die Schauplätze seiner Lesung, informiert über die Landschaften und Sehenswürdigkeiten entlang des Camino Francés.

Die Jakobspilger unter den Zuhörern beteiligten sich interessiert an seinen persönlichen Erlebnissen, sodass am Ende der Lesung eine Frau doch noch auf die verschwundene Tochter zurückkam. Der Autor verwies auf sein Buch und entließ das Publikum mit den Worten: „Lesen Sie mein Buch, wobei ich hoffe, dass Sie keine Angst bekommen!“

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