Der braune Streifen wird grün

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Gabi Zink, stellvertretende Vorsitzende von Pro Benin, Ludovic Dakossi, Pressesprecher Botschaft, Elmar Belthle, stellvertretend
Gabi Zink, stellvertretende Vorsitzende von Pro Benin, Ludovic Dakossi, Pressesprecher Botschaft, Elmar Belthle, stellvertretender Bürgermeister Sigmaringen, Josseline da Silva Gbony, Botschafterin Benin, Elie Gbony, Ehemann der Botschafterin, Ulla Schmitt-Späh, Mitglied Pro Benin, Wolfgang Welle, Vorsitzender Pro Benin und Paul Späh, Mitglied Pro Benin (v. li.) freuen sich über den Erfolg der Hilfsmaßnahmen des Vereins. (Foto: Kersten Hamann)
Kersten Hamann

Mit mehr als 110 Teilnehmern ist das diesjährige Rückkehrer-Treffen ehemaliger Entwicklungshelfer in der Sigmaringer Jugendherberge bestens besucht gewesen. Die Botschafterin der Republik Benin, Josseline da Silva Gbony war mit Ehemann Elie Gbony und ihrem Pressereferenten Ludovic Dakossi eigens zu dieser Veranstaltung angereist, um sich persönlich für die jahrzehntelange Unterstützung der Entwicklungshelfer, die sich nach wie vor bei Pro Benin engagieren, zu bedanken.

Hierfür hatte die Delegation extra eine siebenstündige Anreise aus der Berliner Botschaft auf sich genommen. Der als gemeinnützig anerkannte Verein, der mehr als 100 Mitglieder zählt, finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Pro Benin wurde im Jahr 1990 von ehemaligen Entwicklungshelfern gegründet. Ziele und Aktivitäten sind die Förderung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ein Schwerpunkt ist daher, dem Rückgang des Baumbestandes entgegenzuwirken.

Prämien fördern die Anpflanzung von Bäumen

Mit einem ausgeklügelten Prämiensystem ist es dem Verein bisher gelungen, mehr als 2,4 Millionen Bäume anzupflanzen. Eines der Mitglieder merkte beim Treffen hier stolz an: „Wenn man früher aus dem Weltall auf Benin geschaut hat, sah man einen langgezogenen braunen Streifen. Mittlerweile ist dieser Streifen grün.“ Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung bei der Verarbeitung von Sojabohnen zu hochwertigen Nahrungsmitteln. „Im vergangenen Jahr mussten für Verarbeitung kurzfristig Ersatzteile für eine Sojapresse beschafft werden. Bei einem Gesamtbudget von 20 000 Euro im Jahr ist so etwas natürlich nicht einfach aus dem Ärmel zu schütteln. Daher haben wir kurzfristig zu einer Spendenaktion innerhalb des Vereins aufgerufen und an einem Tag 9000 Euro für ein neues Gerät zusammen bekommen“, so Vorsitzender Wolfgang Welle.

„Als Vorsitzender bin ich alle zwei Jahre in Benin und besuche die aktuellen Projekte, natürlich auf eigene Kosten“, so Welle weiter. Paul Späh, der sich bereits vor zwei Jahren angeboten hatte, diese Veranstaltung in Sigmaringen zu organisieren, gab einen Ausblick auf das Veranstaltungsprogramm.

Neben Informationen zur aktuellen Lage in Benin stand natürlich der Erfahrungsaustausch der ehemaligen Entwicklungshelfer im Vordergrund. „Auch der gesellige Teil darf hierbei natürlich nicht zu kurz kommen“, so Wolfgang Welle. Eine Stadtführung, Schlossbesuch, Zündapp-Museum und ein Ausflug auf die Heuneburg standen auf dem Programm.

Auch ließ es sich die Stadt Sigmaringen, vertreten durch Elmar Belthle, nicht nehmen, ein paar Grußworte zu sprechen und dabei die Kommune vorzustellen. „Im nächsten Jahr führen wir das Treffen in der Bundeshauptstadt durch“, so der Vorsitzende abschließend.

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