Das Schloss dient als Inspirationsquelle

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Efklia Grigoriadou zeichnet einen ersten Entwurf von ihrer Schlossansicht.
Efklia Grigoriadou zeichnet einen ersten Entwurf von ihrer Schlossansicht. (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

Die Ausstellung ist am 15. und 16. September von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zusätzliche Termine können unter der Telefonnummer 07571/33 33 vereinbart werden.

In der letzten Augustwoche haben sich in den Ateliers im Alten Schlachthof unter der bewährten Leitung der Kunsttherapeuten Albrecht Fendrich, Gabriele Sponner und Silke Leopold Künstler mit Handicap aus Sigmaringen und Wilhelmsdorf zu einer künstlerischen Arbeitswoche getroffen.

Zum 30. mal öffnete der Alte Schlachthof zu dieser Veranstaltungsreihe seine Ateliers und was lag näher, als mit dem berühmtesten Postkartenmotiv der Stadt, dem Hohenzollernschloss als Studienobjekt, so Vorstandsmitglied Maren Gebhardt in ihrer Begrüßungsrede, dieses künstlerisches Jubiläum zu feiern. Am vergangenen Sonntag präsentierten die Initiatoren der Kunstwoche die unterschiedlichen Herangehensweisen der dreizehn Künstler zum Thema Schloss Ansichten auf dem Gelände des Alten Schlachthofes.

Fünf Tage intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema lagen hinter den Teilnehmern, die sich ganz unterschiedlich mit dem Schloss auseinandergesetzt hatten. Während einige der Künstler ihre Aufmerksamkeit und die daran anschließende bildnerische Umsetzung detailverliebt auf diverse Haushaltsgeräte in der Schlossküche, auf die Jagdtrophäen im Hubertussaal oder auf ein Gemälde der Fürstin Antonia richteten, wandten sich andere wiederum dem großen Ganzen, dem Schloss betrachtet von verschiedenen Standorten, zu.

So konzentrierten sich Heide Rumm, Franziska Fiedler und Kira Klemenz auf ein Detail aus der beinernen Trophäenwand, auf einen steinernen Frauenkopf oder auf die barocken Roben der Fürstin Antonia und setzten sie in ihre Formsprache um, während Alex Livenski eine Panoramasicht des Schlosses samt Felsen und Wiese zeichnete.

Treue Anhängerschaft

„Wunderbar, dass ihr alle da seid!“ Mit diesem Satz begrüßte Maren Gebhardt das zahlenmäßig überschaubare Publikum, das sich aus den Künstlern und ihren Angehörigen sowie einer treuen Anhängerschaft der künstlerisch talentierten Menschen mit Behinderung zusammensetzte, Kunstinteressierten, die sich auch in diesem Jahr von der hohen Qualität der Arbeitsergebnisse beeindrucken und begeistern ließen.

Maren Gebhardt stellte jeden Künstler vor und skizzierte deren unterschiedliche Wege der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Sujet Schloss. Beginnend mit der penibel ausgeführten Zeichnung einer Ritterrüstung von Georg Zimmermann und weiter mit der expressionistischen Farb- und Formsprache von Stefan Franz oder den großformatigen Bildern Bernd Hörters, der sich hochkonzentriert vornüber gebeugt mit seiner Arbeit auseinandersetzt, wenn er die Farbkreiden rabiat übers Papier zieht, vermittelte Gebhardt den Zuhörern die speziellen Techniken und Ergebnisse jedes Kunstschaffenden.

Mit herzlichen Worten bedankte sie sich bei den Sponsoren der Kunstwoche, von denen sich nur Andrea Huthmacher von der Bürgerstiftung eingefunden hatte und bei Bernhard Maier, der in bewährter Weise für die Hängung der Kunstwerke in den verschiedenen Räumen verantwortlich zeichnete. Im Hinblick auf das Jubiläum der Kunstwoche für Menschen mit Behinderung bedauerte Bernhard Maier die Tatsache, dass sich im Laufe der drei Jahrzehnte kein Sammler für die Bilder und Zeichnungen gefunden hatte. Ein wahrer Schatz an qualitativ hochwertigen Originalen wären heute im Besitz einer Privatperson oder einer Institution, und die Künstler hätten sich mit dem Verkauf eines Bildes den einen oder anderen Wunsch erfüllen können.

Bevor Maren Gebhardt die Anwesenden zu einem Rundgang durch die Ausstellungsräume einlud, gab es noch ein weiteres Ergebnis der Kunstwoche zu bestaunen. In selbstgestalteten und -bemalten Pappkartonkostümen bewegten sich zwei Prinzessinnen und ein Ritter in höfischer Manier zu Renaissanceklängen von Helmut Siemann (Blockflöte) und Albrecht Fendrich (Gitarre).

Die Ausstellung ist am 15. und 16. September von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zusätzliche Termine können unter der Telefonnummer 07571/33 33 vereinbart werden.

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