CMT: Kulturlandschaft erhält den Bäbber

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Redaktionsleitung

Die Verantwortlichen der Kulturlandschaft Obere Donau haben auf der Stuttgarter Touristikmesse CMT am Montag ihre Ideen vorgestellt. Der Schwäbische Heimatbund hat den Donauanrainergemeinden zwischen Tuttlingen und Herbertingen für 2018 dieses Prädikat verliehen. Der Geschäftsführer des Heimatbundes sieht neben dem touristischen einen identitätsstiftenden Ansatz: „Die Kulturlandschaft ist eine Selbstvergewisserung für die Menschen vor Ort: 200 bis 300 Veranstaltungen unter einem Bäbber, das sind wir“, sagt Bernd Langner.

Seit einem Jahrzehnt händigt der Schwäbische Heimatbund, ein Verein mit 5000 Mitgliedern, das Prädikat aus, für das man sich nicht bewerben kann. Ein Ausschuss vergibt die Auszeichnung, die einer Landschaft im Land Baden-Württemberg eine gewisse Strahlkraft verleiht. „Es gibt sogar einen Bäbber“, sagt Langner. Für Nicht-Schwaben: Damit ist der Aufkleber gemeint, der die Raumschaft auszeichnet. Kulturlandschaft zu sein bedeutet, in den Fokus gerückt zu werden: Die Kulturlandschaft wird einer breiteren Öffentlichkeit näher gebracht. Mit all ihren Merkmalen in politischer, geschichtlicher, wirtschaftlicher, religiöser und künstlerischer Hinsicht. Das Kloster Beuron bezeichnete Walter Knittel vom Donaubergland als „Kristallisationspunkt der Kulturlandschaft“.

Der Schwäbische Heimatbund wird von Stuttgart aus Exkursionen für seine Mitglieder organisieren und in seiner Zeitschrift mit einer Serie die Obere Donau charakterisieren. In den vergangenen Jahren waren der Stromberg, die Ostalb, das Württembergische Allgäu und der Schwäbische Wald Kulturlandschaften des Jahres, doch die Obere Donau unterscheide sich in einem Punkt von ihren Vorgängern: „Noch nie war die Begeisterung in einer Landschaft so groß wie diesmal“, sagt Langner. Dies ist am Engagement im Sigmaringer Landratsamt, den 21 Gemeinden aus den Kreisen Sigmaringen und Tuttlingen, die sich beteiligen, und an den Wortbeiträgen von Projektkoordinator Karlheinz Fahlbusch abzulesen, der im Kreis Sigmaringen als freier Journalist unterwegs ist.

In den höchsten Tönen schwärmt er auf der Stuttgarter Messe vor der Presse von den Vorzügen der Oberen Donau. „Was Sie in Stuttgart für eine Garage bezahlen, zahlen Sie bei uns für ein Einfamilienhaus.“ Ihm gehe es darum, ein Bekenntnis für seine Heimat abzulegen. Seine Botschaft: Wir sind besser als viele denken.

Fremde für die Region begeistern

Landrätin Stefanie Bürkle sieht in der Auszeichnung zwei Stoßrichtungen, wie sie es formuliert: „Der Schwäbische Heimatbund öffnet uns die Tür, um Menschen aus Stuttgart zu uns zu locken.“ Es gehe darum, Menschen dafür zu begeistern, was für Einheimische Alltag sei.

Als zweiten Punkt spricht Bürkle die drei Landsmannschaften an – Hohenzollern, Badener und Württemberger –, die die Obere Donau ebenfalls kennzeichneten. Bürkle sieht die Donau als einigendes Band und wittert eine Chance: „Das Projekt Kulturlandschaft kann uns enger zusammenführen.“

Veranstaltungen, die viele Einheimische bereits kennen, sind das Spiegelbild der Kulturlandschaft. Ihre Zahl gibt Fahlbusch mit rund 300 an. Eine erste Übersicht ist über die neue Homepage der Kulturlandschaft abzurufen. Projektkoordinator Fahlbusch will zusätzlich einige Veranstaltungen organisieren, die die Obere Donau besonders kennzeichnen. So soll es im Meßkircher Schlosskeller ein „Mundartkabarett spezial“ mit Lilo Braun geben. In Sigmaringen ist eine Fotoausstellung geplant. Der pensionierte Pädagoge Willi Rößler wird über die Eisenbahn im Oberen Donautal sprechen und ein Donautal-Dinner soll Gäste anlocken.

Die Kulturlandschaft Obere Donau hat eine eigene Internetseite:

www.kulturlandschaft-des-jahres2018.de

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