Charles Vögele soll verkauft werden

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Die Sigmaringer Deutschland-Zentrale von Vögele
Die Sigmaringer Deutschland-Zentrale von Vögele (Foto: Martin)
Redaktionsleitung

Die Mitarbeiter der Sigmaringer Deutschland-Niederlassung der Bekleidungskette Charles Vögele müssen sich auf Veränderungen einstellen. Wie eine Sprecherin der Holding auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung bestätigt, gibt es ein Kaufangebot für das Schweizer Unternehmen. Allerdings interessiert sich der Investor Semione Retail aus Italien nicht für den deutschen Markt. Sollte das angemeldete Geschäft zustande kommen, würden die deutschen Filialen an einen anderen Bieter verkauft. Dafür gebe es einen europaweit agierenden Bekleidungshändler, mit dem bereits ein Vorvertrag abgeschlossen wurde. Namentlich will Vögele den Interessenten jedoch erst nennen, wenn das Geschäft abgeschlossen ist.

Für die Mitarbeiter der Deutschland-Zentrale in Sigmaringen bedeutet dies, dass sie möglicherweise einen neuen Chef bekommen. Eine Entscheidung soll laut der Sprecherin im Dezember fallen. Vögele betreibt in Deutschland - überwiegend im Süden - 285 Filialen. Das Deutschland-Geschäft mit einem Umsatz von 312 Millionen Franken wird von Sigmaringen aus gesteuert. In der Zentrale, die sich im Gewerbegebiet Schönenberg befindet, sitzt die Verkaufsleitung sowie eine Marketingabteilung und es wird der Vertrieb organisiert. Die Logistik wurde vor einigen Jahren an einen externen Dienstleister vergeben. In Sigmaringen arbeiten laut der Sprecherin aktuell knapp 50 Mitarbeiter für Vögele.

Was mit der Sigmaringer Zentrale und der Filiale, die sich im selben Gebäude befindet, passiert, wenn das Unternehmen verkauft wird, dazu konnte Vögele-Sprecherin Nicole Borel keine Angaben machen: „Im Moment verändert sich jedoch gar nichts und es wird auch keine Filiale geschlossen.“

Vögele ist insgesamt in sieben Ländern tätig. Die italienische Investorengruppe ist an den Niederlassungen der Schweiz, Österreich, Ungarn und Slowenien interessiert. Die Aktien der Charles Vögele AG mit Sitz in Pfäffikon sind breit gestreut. Der Verwaltungsrat des Unternehmens empfiehlt den Aktionären die Annahme des Angebots. Er ist laut einer Medienmitteilung der Meinung, dass ein Verkauf an das Konsortium aus Italien die Rückkehr in die Gewinnzone beschleunigen würde. Laut Medienberichten belief sich der Verlust der Firmengruppe im Geschäftsjahr 2015 auf 62 Millionen Schweizer Franken.

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