Bundeswehr will nicht zurück aufs Sigmaringer LEA-Gelände

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Redaktionsleitung

Die Bundeswehr hat kein Interesse an der Reaktivierung der früheren Graf-Stauffenberg-Kaserne. Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Liste behält sich das Militär vor, 48 Liegenschaften in Deutschland weiter zu nutzen. Die ehemalige Sigmaringer Kaserne gehört nicht dazu. 

Im örtlichen Gemeinderat war im vergangenen Jahr eine militärische Nutzung des Areals in Erwägung gezogen worden. Die CDU-Fraktion wies Bürgermeister Schärer auf eine Aussage des baden-württembergischen CDU-Vorsitzenden hin.

Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf (l), beim Abschiedsappell.
Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kasdorf (l), beim Abschiedsappell. (Foto: dpa)

„Bei uns sind Soldaten herzlich willkommen – die Türen in Baden-Württemberg sind ganz weit offen“, sagte Thomas Strobl laut einer Mitteilung der Deutschen Presseagentur. Es gebe im Land eine große Anzahl von Kasernen, die sofort bezogen werden könnten. Zu diesen Kasernen gehöre auch Sigmaringen.

Soldaten gehen nach Meßstetten

Hintergrund für den Raumbedarf der Bundeswehr sind Pläne, nach denen die Bundeswehr bis zum Jahr 2025 um rund zehn Prozent auf knapp 200 000 Soldaten wachsen soll. Für den benachbarten früheren Luftwaffenstützpunkt in Meßstetten (Zollernalbkreis) hat sich die Bundeswehr eine Option gesichert. Bis voraussichtlich Ende 2019 darf die Luftverteidigungsanlage Martin Bauwerk I/II nicht verändert werden. Eine Konversion ist erst nach der Freigabe durch die Bundeswehr möglich. Nach dem Abzug der Soldaten aus Meßstetten im Jahr 2014 sollten im Bunker die Lichter ursprünglich im Jahr 2016 ausgehen, doch schon einmal kündigte die Bundeswehr eine Überprüfung ihrer Standortschließungen an. Im Bunker Martin war der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe untergebracht.

Schärer hält ein Ankerzentrum für ausgeschlossen

Zur aktuellen Diskussion um Ankerzentren für Asylbewerber in Deutschland, die Innenminister Horst Seehofer (CSU) einrichten möchte, sagt der Sigmaringer Bürgermeister, dass seine Stadt nicht für ein derartiges Zentrum infrage komme. „Ein Ankerzentrum gibt es in Sigmaringen durch die Vereinbarung mit dem Land nicht.“ Laut des LEA-Vertrages, den die Stadt und der Kreis mit dem Land abgeschlossen haben, werden Asylbewerber in Sigmaringen in der Regel höchstens sechs Monate untergebracht. Nach Ansicht von Bürgermeister Schärer kommt die Sigmaringer Erstaufnahmestelle deshalb für ein Ankerzentrum nicht infrage.

LEA bleibt bis 2022

In dieser Einrichtung sollen Asylbewerber so lange bleiben, bis über ihren Asylantrag endgültig entschieden worden ist. Für den Betrieb als Landeserstaufnahmestelle war Ende 2017 eine Verlängerung bis 2022 vertraglich festgelegt worden.

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