Bundeswehr schließt Kasernen in Sigmaringen und Mengen

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Das Führungsunterstützungsbataillon wird wie die anderen Soldaten Sigmaringen verlassen.
Das Führungsunterstützungsbataillon wird wie die anderen Soldaten Sigmaringen verlassen. (Foto: fxh)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die Entscheidung ist gefallen: Die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen und die Oberschwabenkaserne Mengen werden komplett geschlossen. Das Büro des Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen und der Abgeordnete Thomas Bareiß (beide CDU) bestätigen dies heute Nacht auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung.

Die Kreisstadt verliert damit ihren größten Arbeitgeber. Knapp 1500 Menschen arbeiten in Sigmaringen für die Bundeswehr. Bürgermeister Thomas Schärer erfuhr am späten Dienstagabend von der SZ vom Aus für den Sigmaringer Standort. Er sagte: „Sachlich gibt es keinen nachvollziehbaren Grund für die Entscheidung.“ Aus seiner Sicht hätten allein politische Interessen den Ausschlag für die Aufgabe des Standorts gegeben.

Das Aus für Sigmaringen kommt überraschend, mit der Schließung der Oberschwabenkaserne in Mengen war dagegen gerechnet worden. In Mengen/Hohentengen fallen rund 800 Dienstposten weg. Die Luftwaffe bildet dort Rekruten aus. Mit dem Wegfall der Wehrpflicht waren die Zahlen deutlich zurückgegangen.

Nach SZ-Informationen sollen die Standorte bis spätestens 2017 aufgegeben wenn, wenn möglich will die Bundeswehr schon bis 2015 abziehen.

Wie das Büro von Riebsamen weiter mitteilte, bleibt der Bundeswehrstandort Pfullendorf erhalten. Die 600 Dienstposten im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen würden 1:1 in die künftige Struktur übernommen. Erhalten bleiben außerdem die Standorte Meßstetten und Stetten am kalten Markt.

Heute wird Verteidigungsminister Thomas de Maizière um 14.30 Uhr vor der Presse Einzelheiten nennen. Danach wird der Sigmaringer Generalmajor Erhard Bühler die Entscheidung kommentieren.

Themendossier: Strukturreform der Bundeswehr - alles rund um die Standortdiskussion

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