Bilharzschule ist seit Wochen ohne Internet und Telefon

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Anne Laaß

Ein Wechsel kann durchaus schwierig sein, aber manchmal ist er unumgänglich. So geschehen bei der Bilharzschule in Sigmaringen. Ende Juli ist die Schule sprichwörtlich vom Netz genommen worden. Mit anderen Worten: Weder telefonisch noch per E-Mail waren das Sekretariat noch die Rektorin zu erreichen. Nun sind beinahe sechs Wochen Sommerferien vorbei, getan hat sich in dieser Zeit jedoch kaum etwas. Wer versucht, den Telefonanschluss zu erreichen, landet somit im Nirgendwo.

Für Susanne Seßler, Rektorin der Bilharzschule, ist das schwierig. Auf sie wartet nun eine unbekannte Anzahl an nicht beantworteten E-Mails. „Ich kann noch nicht abschätzen, was auf mich zukommt“, sagte Susanne Seßler. Es sei ein wenig so, als würde sich eine Bugwelle ungeahnten Ausmaßes ins neue Schuljahr schieben. Es handle sich schließlich nicht um eine beliebige private Mailadresse, sagte Rektorin Seßler. Die Anmeldung erfolgt über einen Server vom Land, der wiederum mit dem Anschluss der Schule verknüpft ist. Zwar sei der Druck, den Fehler zu beheben, durch die Sommerferien nicht groß gewesen, dennoch spricht Susanne Seßler von einer „blöden Situation“.

Dass weder Internet noch Telefon seit Wochen nicht funktionieren, liegt nach Auskunft der Stadt Sigmaringen daran, dass die Telekom den Anschluss der Bilharzschule umgestellt hat. Ursprünglich lief dieser über ISDN, nun soll es ALL IP sein. Laut Internetauftritt der Telekom, ermöglicht es die IP-Technologie, leistungsfähiger im Netz unterwegs zu sein. Was einfach zu handhaben klingt, hat sich zu einem Problem entwickelt. Auf der Internetseite der Bilharzschule ist nun zu lesen, dass es sich um einen technischen Defekt gehandelt hatte. Warum mit dem Wechsel allerdings so lange gewartet wurde, ist für die Rektorin unklar.

„Die Stadt arbeitet mit allen Beteiligten daran, dass die Probleme bis zum Schulstart nach den Ferien behoben sind“, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. Die letzten Arbeiten standen noch aus und sollten am Montag erfolgen, dann, so hofften alle Beteiligten, soll der Anschluss wieder funktionieren. Das war auch der Fall, nur sind nach Angaben von Heiko Gollmar, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, bereits am Dienstag wieder Probleme aufgetreten. „Am Montag hat die Anlage einwandfrei funktioniert“, sagte Gollmar.

Nur einen Tag später war es wiederum teilweise nicht möglich, ankommende oder ausgehende Anrufe anzunehmen oder zu tätigen. Die EDV-Abteilung der Stadt Sigmaringen arbeite daran, dieses Problem schnellstmöglich zu beheben, sagte Gollmar. Warum es dennoch Schwierigkeiten gibt, sei noch unklar, die Leitung stehe mittlerweile. Trotz der Störungen gab sich die Stadtverwaltung optimistisch, dass sich der technische Defekt bis zum Schulanfang beheben lässt. Doch die Zeit drängt, denn der ist bekanntlich am Mittwoch.

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