Bieter können Anteile kaufen

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 Jeder kann mithelfen, jeder hat Teil an der Ernte: So soll die solidarische Landwirtschaft auch in Sigmaringen ablaufen.
Jeder kann mithelfen, jeder hat Teil an der Ernte: So soll die solidarische Landwirtschaft auch in Sigmaringen ablaufen. (Foto: Rüdiger Sinn)
Schwäbische Zeitung

Sigmaringen soll eine solidarische Landwirtschaft bekommen. Nachdem sich im Dezember ein Verein gegründet hat und ein Gärtner gefunden wurde, geht es jetzt an die Praxis: Die Teilnehmer müssen sich finden, die diese Landwirtschaft finanzieren, ihre Ernte erhalten sowie beim Anbau mithelfen können. Am Sonntag, 16. Februar, findet nun die Bieterrunde um 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Sigmaringen statt.

Grundsätzlich ist es so angedacht, dass Anwesende Bieter kein Mitglied sein müssen, teilt der Verein in einer Pressemitteilung mit. Erst die Anteilseigner müssen Mitglied werden. Mitglieder wiederum müssen keinen Anteil besitzen. Sie könnten den Verein auch ideell unterstützen und jederzeit bei Aktionen rund um die solidarische Landwirtschaft mitmachen.

Der Beitrag für Einzelmitglieder liegt bei 18 Euro im Jahr, bei Familien 24 Euro. Die Mitgliedsbeiträge sind laut Verein Richtwerte, sodass alle die Möglichkeit haben, den Betrag nach eigenem Ermessen selbst zu bestimmen. Es gebe also eine Spanne nach oben und unten. Wer mehr bezahlen könne, dürfe das auch gerne tun. Durch den angegebenen Richtwert decke der Verein seine Kosten und einen Teil des satzungsgemäßen Auftrags, wie zum Beispiel Naturschutz und Obstbaumpflanzungen,

Bei der Bieterrunde plant der Verein, auch die Kalkulation zu präsentieren. Das sei aber nicht so leicht, heißt es, da es im ersten Jahr viele unklare Parameter gebe. „Wir wissen zum Beispiel nicht, wie viele Anteile gezeichnet werden und wie viele Menschen überhaupt zur Bieterrunde kommen, es bleibt also noch spannend“, teilt der Verein mit. Klar ist, wer die Gärtnerarbeiten übernimmt. Er wird ebenfalls am Sonntag anwesend sein. Von ihm werden die Anwesenden erfahren, was auf dem Acker angebaut werden soll.

Daneben wird bei der Bieterrunde festgelegt, wie hoch der Richtwert für einen Anteil sein wird. Dieser solle wahrscheinlich – je nach Anzahl der Teilnehmender – zwischen 55 und 65 Euro liegen. Wer mitmachen möchte, so der Verein, verpflichte sich, den berechneten Anteil über ein Jahr zu bezahlen. In dem Bieterverfahren werde dann von allen, die einen Anteil zeichnen wollen, ein Betrag aufgeschrieben. Diejenigen, die mehr bezahlen können, schreiben einen höheren Betrag auf, andere einen niedrigeren. Nach Abschluss dieser Bieterrunde wird ein Vertrag abgeschlossen. Der Vertrag beinhaltet die monatlichen Zahlungen über ein Jahr hinweg.

Zum Schluss müssse die Gruppe auf den errechneten Wert kommen. Möglicherweise brauche es also mehrere Durchgänge, bis das klappt. Wer nicht bei der Bieterrunde anwesend sein kann, müsse einen Vertreter bestimmen, die für den Abwesenden mitbieten kann, teilt der Verein mit, der Ansprechpartner für weitere Fragen ist.

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