Besonders gut verkaufen sich Sachbücher

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Felix Naber und Moritz Neuburger, der ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, scannen die Bücher ein. (Foto: Christoph Wartenberg)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Sigmaringen

Auf dem Flur stapeln sich die Kartons mit Büchern, die auf Sortierung, Erfassung, Verkauf und Versand warten. Seit Oktober vergangenen Jahres sind die OWB (Oberschwäbische Werkstätten) in Sigmaringen in den Handel mit gebrauchten Büchern eingestiegen. „Ich bin überrascht, wie gut das läuft“, sagt Werkstättenleiter Gerhard Schuler.

Derzeit sind etwa 6000 Bücher im Bestand, davon sind bereits 2000 sortiert und ins Internet eingestellt. „Zunächst haben wir uns bei unseren Mitarbeitern umgehört und waren erstaunt, was da alles zusammengekommen ist“ erzählt Schuler von den Anfängen. Jetzt möchte man bis zum Jahresende einen Bestand von 15 000 Büchern zusammenbekommen, mittelfristig sind 30 000 das Ziel. Viele Leute hätten ja schließlich irgendwo Bücher rumstehen, die gelesen sind und nur noch Platz wegnehmen oder als Staubfänger dienen. Die könne man bei der OWB für eine sinnvolle Nutzung abgeben.

Viele soziale Einrichtungen betätigen sich bereits im Handel mit gebrauchten Büchern. Die meisten werden über das Internet angeboten und auch die OWB nutzt einen großen Internethändler für den Absatz. Für die Erfassung der Bücher gibt es eine Software, die in Verbindung mit den Schleswiger Werkstätten entwickelt wurde. Die Software kann über den Strichcode, der auf den meisten Büchern angebracht ist, erkennen, um was es sich handelt und legt nach Eingabe einer Zustandsbeschreibung des Buches auch gleich einen Preis fest.

„Das ist für uns sehr praktisch, weil wir ja niemanden haben, der das alles beurteilen und bewerten kann“, erklärt Schuler. Die OWB sortiert völlig zerschlissene und unverkäufliche Bücher aus, für den Rest beginnt der Mindestpreis bei 95 Cent. „Für ein großes Pappbilderbuch mit ganz vielen Figuren haben wir zum Beispiel 38 Euro bekommen“, staunt Schuler. Bei älteren Büchern ohne Strichcode reicht die Eingabe des Titels und einiger Extras, dann ermittelt das Programm den vermutlichen Wert. Nur bei ganz ausgefallenen Sachen braucht man Beratung. Besonders gut gehen Sachbücher, Psychologie, Abnehmen, Kochen, und die gehören selten zu den ganz billigen Sachen, weiß Schuler.

Das Scannen der Bücher geht schnell von der Hand

Felix Naber übernimmt zusammen mit einigen Kollegen das Einscannen der Bücher, Moritz Neuburger, der ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, unterstützt ihn dabei. Die beiden sitzen in einem kleinen Büro innerhalb der Abteilung, in der Material sortiert wird. „Das geht ganz prima“, freut sich Naber, der vor dem Bildschirm sitzt und das nächste Buch erfasst.

Annette Sauer, die die Abteilung betreut, weist auf die Bücherkisten, die sich auf den Gängen reihen und unterscheidet bereit erfasstes und noch zu scannendes Material. „Das Arbeiten am Computer, das Zusammentragen der Sachen, das fördert auch den Bezug zu Büchern“, sagt Sauer und einige der Mitarbeiter der OWB lesen auch gerne mal ein Buch. Deshalb gibt es mit den aussortierten Büchern, die nicht verkauft werden, immer wieder einen Flohmarkt. Da kostet ein Buch dann pauschal zehn Cent und kann von den Mitarbeitern erworben werden.

Unten im Keller ist der Lagerraum. Nummerierte Kisten mit jeweils 20 Büchern stehen in Regalen, so dass man bestellte Bücher schnell finden kann. Der Softwareentwickler hat auch das Lagerkonzept erfunden, also passt beides gut zusammen. „Das funktioniert super“, sagt Schuler und geht rüber in die Versandabteilung, in der Michael Hülsbusch die Aufsicht hat.

Dort stehen bereits die Kisten von Südmail, der Firma, mit der die Bücher versandt werden. „Das ist geschickt, denn die Kisten werden von Südmail abgeholt und sofort verschickt“, erklärt Hülsbusch. Schnelligkeit ist auch beim Handel mit gebrauchten Büchern ein Pluspunkt.

Weitere Informationen gibt es bei den OWB unter Telefon 07571/74590, Fax 745940 oder per E-Mail:

gerhard.schuler@owb.de

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