Bergwacht reinigt die Eulengrube

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Die Bergwacht Sigmaringen und die Ortsgruppe Gutenstein des Schwäbischen Albvereins befreien die geschützte Doline Eulengrube v
Die Bergwacht Sigmaringen und die Ortsgruppe Gutenstein des Schwäbischen Albvereins befreien die geschützte Doline Eulengrube v (Foto: Helmut Stroppel)
Schwäbische Zeitung
Helmut Stroppel

Bauschutt, Folien und Plastik jeglicher Art, Draht und Bleche, Holzabfall, Gartenabfall und Heckenschnitt sind die Dinge gewesen, die bestimmte Zeitgenossen widerrechtlich und vielleicht ohne viel zu überlegen in der Eulengrube entsorgt haben. Für Rolf Schneemilch, Gaunaturschutzwart des Schwäbischen Albvereins, und Mitglieder der Ortsgruppe Gutenstein des Schwäbischen Albvereins war die unerlaubte Müllkippe schon länger ein Dorn im Auge.

Mitglieder der Bergwacht Sigmaringen und der Albvereinsortsgruppe setzten sich für die Schönheit der Landschaft ein und bargen jetzt den Müll gemeinsam aus der Doline Eulengrube. Zwei Kameraden der Bergwacht ließen sich von einem dritten etwa sieben Meter tief in den großen Trichter abseilen. Sie legten den Müll in ein Plastikfass, das von der übrigen Mannschaft über eine Umlenkrolle nach oben gezogen und sortiert wurde, und so ging das Fass um Fass. Der städtische Bauhof entsorgte den Unrat.

Das Abseilen sei unbedingt notwendig gewesen, da die Eulengrube eine sehr große und tiefe Doline sei, sagte Ernst Hagg, Stützpunktverantwortlicher der Bergwacht Sigmaringen. Die Doline liegt etwa 60 Meter westlich der Straße Schmeien-Nusplingen an der Grenze der Gemarkung Gutenstein und Oberschmeien. Der Einbruchtrichter hat einen Durchmesser von ungefähr zwölf Metern und ist etwa acht Meter tief.

Drei Straftatbestände

Rolf Schneemilch hofft, dass den Müllsündern bewusst werde, was sie angerichtet haben und dass sie künftig den Müll auf den Deponien und nicht mehr im Wald entsorgen. Es sei eine Anzeige gegen unbekannt wegen dreier Straftatbestände gestellt worden: Befahren eines gesperrten Waldweges, Entsorgen von Müll in der freien Landschaft und Zweckentfremdung eines Naturdenkmals.

Die Absprache mit Bergwacht, Albverein, städtischer Forstabteilung und städtischem Bauhof habe problemlos geklappt, freute sich der Gaunaturschutzwart. Jürgen Zimmerer vom Fachbereich Umwelt des Landratsamts brachte eine Infotafel, auf der auf die Bedrohung und den Schutz von Dolinen hingewiesen wird, besonders auf den Schutz des Grundwassers. Diese Tafel wurde am Rand der Doline aufgestellt.

Ehrenamtliche im Einsatz

Er sei froh, dass es noch Ehrenamtliche gebe, die man für die Pflege der Natur motivieren könne. „Wir sind auf die Ehrenamtlichen angewiesen“, sagte Zimmerer. Der Volkssage nach hauste hier früher ein Geist, das Eulengrubenweiblein. Es war kein schrecklicher Geist, sondern ein Weiblein, klein wie ein Zwerg, von zarter Gestalt und fein geputzt. Das Weiblein frage die Vorbeigehenden nach dem Weg nach Unterschmeien. Sage man es ihr, so frage sie immer weiter. Frage aber ein Fremder sie, so zeige sie den falschen Weg, sodass er tagelang in der Irre herumlaufe. Manchmal setzte sie sich auch zu den Feldarbeitern und biete diesen ihr Brot an. Jeder hüte sich aber, etwas davon zu essen.

Am Grunde des Trichters der Doline Eulengrube befindet sich ein 90 Zentimeter breiter und 1,10 Meter hoher Eingang zu einer Höhle. Die Kalksteinhöhle ist in Kluften und Spalten angelegt. Die differenzierte, insgesamt 38 Meter lange Höhle führt in eine Tiefe von 21 Metern. Durch die Zersetzung von Gestein durch Einwirkung von Wasser gibt es verschiedene Korrosionsformen (Sinterbildung, Strudelkolken).

Die Doline mit Höhle ist als Naturdenkmal eingestuft und eines der vielen geschützten Geotope in der Umgebung. Der Sage nach soll die Doline bis zur Tiefe der Donau hinabgehen.

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