Bahnstrecke nach Albstadt soll elektrifiziert werden

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Der Zug auf dem Verkehrsschild an der Sigmaringer Bahnhofstraße fährt schon mit Elektroantrieb, nun soll auch die Bahnstrecke n
Der Zug auf dem Verkehrsschild an der Sigmaringer Bahnhofstraße fährt schon mit Elektroantrieb, nun soll auch die Bahnstrecke nach Ebingen elektrifiziert werden. (Foto: Laura Keiß)
Schwäbische Zeitung
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Gute Nachrichten für alle Bahnfahrer: Die Kreisstadt soll auf der Schiene auch nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 direkt an die Landeshauptstadt angebunden sein. Wie die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (Grüne) am Donnerstag mitteilt, wird die Bahnstrecke zwischen Sigmaringen und Albstadt-Ebingen im Elektrifizierungskonzept des Landes in den vordringlichen Bedarf hochgestuft. Das heißt: Sollte es dem Land gelingen, in Verhandlungen mit dem Bund zusätzliche Mittel für den Bahnausbau herauszuholen, würde Sigmaringen davon profitieren.

Wer momentan in Sigmaringen in den Interregioexpress einsteigt, kann alle zwei Stunden ohne umzusteigen in knapp zwei Stunden in die Landeshauptstadt fahren. Sobald der neue Stuttgarter Bahnhof fertig ist, würde diese Direktverbindung gekappt, denn mit Diesel betriebene Triebwagen dürfen nicht in den Stuttgarter Tiefbahnhof einfahren. Bahnfahrer müssten dann in Tübingen umsteigen, denn dort beginnt die Elektrifizierung.

Weiter vorangeschritten als auf der Teilstrecke zwischen Ebingen und Sigmaringen sind die Planungen für die Elektrifizierung zwischen Tübingen und Ebingen. Dies hängt damit zusammen, dass diese Bahnstrecke in das Konzept der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb eingebunden ist. Laut einem Zeitplan, den der Zollernalbkreis kürzlich veröffentlichte, soll die Elektrifizierung dieses Abschnitts bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Nun wird versucht, bis zu diesem Zeitpunkt die Elektrifizierung bis nach Sigmaringen herzustellen. „Dies stärkt die Attraktivität des Landkreises deutlich“, sagt Landtagsabgeordnete Bogner-Unden. Nach Angaben des Stuttgarter Verkehrsministeriums sind zwischen Ebingen und Sigmaringen 28 Kilometer Bahnstrecke zu elektrifizieren. Pro Kilometer rechnet das Land mit Kosten von grob einer Million Euro. Das Projekt würde also 30 Millionen Euro plus X kosten.

Sie freue sich, so Andrea Bogner-Unden, dass sie das Projekt zusammen mit der Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle auf den Weg gebracht habe. Die Studie zum Schienenverkehr im Landkreis bezeichnete Bogner-Unden als „bedeutende Vorarbeit“.

Wie schnell die Elektrifizierung umgesetzt wird, hängt nun davon ab, wie die Verhandlungen mit der Bundesregierung laufen. Das Land erwartet, dass der Bund ein Sofortprogramm für die Elektrifizierung auflegt. „Im Koalitionsvertrag der Groko ist dies als große Tat angekündigt“, sagt Edgar Neumann, der Sprecher des Verkehrsministers.

Das Landesprogramm umfasst insgesamt sechs Bahnstrecken mit einem Volumen von rund 220 Millionen Euro. Das Kabinett Kretschmann soll das Programm am 10. April beschließen. Zur Finanzierung gäbe es verschiedene Möglichkeiten, so der Sprecher von Minister Hermann: Entweder der Bund legt ein Sofortprogramm auf oder er finanziert die Projekte über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, zu dem die Länder und die Kreise jeweils 20 Prozent beisteuern müssten.

Nicht enthalten im vordringlichen Bedarf ist der restliche Teil der Zollernalbbahn zwischen Sigmaringen, Bad Saulgau und Aulendorf. Im Konzept des Landes wird die Elektrifizierung hierfür zwar empfohlen, aber eben nur langfristig. Dasselbe gilt für die Donautalbahn zwischen Tuttlingen, Herbertingen und Ulm.

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