Bad Saulgau hängt die Kreisstadt ab

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 Auch Bürgermeister Ehm fährt Rad: Zum Auftakt des Stadtradelns fährt er mit nach Mengen.
Auch Bürgermeister Ehm fährt Rad: Zum Auftakt des Stadtradelns fährt er mit nach Mengen. (Foto: Michael Hescheler)
Redaktionsleitung

Im Internet ist der Blog von Johannes Kretschmann nachzulesen. Wer sich über das Stadtradeln informieren oder noch kurzfristig starten möchte:

www.stadtradeln.de

Das darf nicht sein: Die Stadtradler von Bad Saulgau scheinen ihre Kollegen aus Sigmaringen abzuhängen. Stand Mittwoch ist Bad Saulgau im heimlichen Zweikampf enteilt. Mit bislang 29 000 gefahrenen Kilometern liegen sie 8000 vor Sigmaringen. Der Grund: Saulgau hat mehr Teams und mehr Mitradler. Am Ehepaar Drokur und Stadtradelstar Johannes Kretschmann kann’s nicht liegen.

Die beiden Zugpferde des Zahnradteams, Rosemarie & Dieter Drokur, haben jeweils rund 620 Kilometer beigesteuert und ihr Ziel damit um 120 Kilometer übertroffen (wir berichteten). Das Ehepaar Drokur verabschiedete sich nach der ersten Stadtradel-Woche in den Urlaub. „Bringe jetzt die E-Bikes nach getaner Fahrt und über 3750 Kilometern seit Mai 2017 zur Inspektion“, schreibt Dieter Drokur in einer Mail.

Beim Stadtradeln geht es darum, sein Auto öfter stehen lassen und im Alltag auf das Fahrrad umzusteigen. Die Stadt Sigmaringen beteiligt sich erstmals an der bundesweiten Aktion. Seit zehn Tagen radeln 204 Personen in 29 Teams für den Klimaschutz. Zur Halbzeit der dreiwöchigen Aktion lag die Liebfrauenschule mit 3492 gefahrenen Kilometern vorne, dicht gefolgt vom Zahn-Rad-Team mit 2825 Kilometern.

Noch bis zum 30. September sind die Sigmaringer aufgerufen, fleißig zu radeln. Wer zwischendurch technische Hilfe benötigt: Im Radladen „Sattelfest“ erhalten alle Teilnehmer, die in Sigmaringen wohnen, arbeiten, einem Verein angehören, studieren oder zur Schule gehen eine kostenlose Fahrrad-Inspektion, ab einer gefahrenen Strecke von mindestens 200 Kilometern. Erforderliche Ersatzteile werden laut einer Mitteilung der Stadt gesondert verrechnet.

Kretschmanns Dynamo streikt

Drei Wochen lang komplett auf sein Auto verzichtet Johannes Kretschmann. Wie angekündigt, fährt der Kommunalpolitiker mit seinem Kettler-Fahrrad, das er für 222 Euro in Lübbenau/Spreewald ersteigerte, auch längere Strecken. In seiner Funktion als Verwaltungsratsmitglied der Landesbank ging’s nach Ostrach zur Wiedereröffnung der dortigen Filiale. Kretschmann dichtete im Internet-Blog über den steinigen Weg: „Der Weg über Einhart ist beinhart, ich tränke sogar einen Deinhard!“

Auf dem Heimweg fiel der Dynamo aus, deshalb kann Kretschmann nun die Sattelfest-Pannenhilfe in Anspruch nehmen kann. In seinen Worten klingt das so: „Wenn die Dynamofunzel ausfällt, weist die Stirnlampe den Weg nach Hause. Dort angekommen kann die Glotze aus bleiben, denn David Lynchs ,Lost Highway’ gab es bei dieser Ausfahrt en passant.“ Kretschmann zieht immer größere Kreise: Buchvorstellung auf der Heuneburg und am vergangenen Wochenende legt er beim Halbmarathon in Kreßbronn (ohne Kettler-Rad) eine persönlich Bestzeit hin. „Gerade wegen der Überdosis Stadtradeln“, lautet sein Fazit. Respekt! Statt die Füße hochzulegen, schwingt er sich abends nochmals aufs Rad und steuert das Drachenfest in Leibertingen an. Seither ist auf der Blogseite von Johannes Kretschmann Funkstille. Ob es ihm wohl gut geht?

Das Stadtradeln endet am 30. September. Erst danach – liebe Bad Saulgauer – wird abgerechnet. Die aktivste Schule wird mit dem Besuch eines Eiswagens auf dem Schulhof belohnt. Das erfolgreichste Team erhält Gutscheine für die Eisbahn „Sig on Ice“ sowie einen Verzehrgutschein. Die Teilnehmer mit den meisten Kilometern erhalten ein Vier-Gänge-Menü im Bootshaus (Sieger), eine Geschenkbox vom Marktplatz Donau (2. Platz) oder eine Geschenkbox der Stadtwerke Sigmaringen (dritter Platz).

Im Internet ist der Blog von Johannes Kretschmann nachzulesen. Wer sich über das Stadtradeln informieren oder noch kurzfristig starten möchte:

www.stadtradeln.de

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