Ausstellung informiert über Romantiker auf Lichtenstein

Lesedauer: 4 Min
 Die Besucher der Ausstellung im Sigmaringer Staatsarchiv bestaunen eine Abbildung des Märchenschlosses Lichtenstein. Es gilt al
Die Besucher der Ausstellung im Sigmaringer Staatsarchiv bestaunen eine Abbildung des Märchenschlosses Lichtenstein. Es gilt als zu Stein gewordene Literatur. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die Ausstellung „Romantiker auf dem Lichtenstein. Lebenswelten Herzog Wilhelm von Urach, 1810-1869“ ist am Dienstagabend im Sigmaringer Staatsarchiv eröffnet worden. Die drei Kuratoren, die zugleich Autoren des Begleitbands sind, führten in die Ausstellung um eine faszinierende Persönlichkeit ein. Das Vokalquartett Stuttgart mit Franziska Klein (Sopran), Dorothea Beer (Alt), Valentin Bauer (Tenor) und Hans Porten (Bass) umrahmte die Eröffnung mit romantischen Liedern.

Der stellvertretende Leiter des Sigmaringer Staatsarchivs, Franz-Josef Ziwes, begrüßte die Gäste und die Vortragenden im Spiegelsaal. Die Ausstellung wurde im Hauptstaatsarchiv Stuttgart erarbeitet, deren Direktorin Nicole Bickhoff ist. Sie ist, so Ziwes, aber auch Mitkuratorin, Stellvertreterin des Präsidenten des Landesarchivs und Vorsitzende des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins, dessen 175-jähriges Jubiläum der eigentliche Anlass für die Ausstellung war. Bickhoff sei es auch zu verdanken, dass im 150. Todesjahr des Erbauers der Burg Lichtenstein, „dem Symbol der deutschen Romantik und dem damaligen Idealbild einer mittelalterlichen Burg schlechthin“, diese Ausstellung nun zu sehen sei.

Bei ihrem Grußwort stellte Bickhoff heraus: „Mit Graf Wilhelm von Württemberg und seit 1867 Herzog von Urach verbindet man heute vor allem Schloss Lichtenstein, dagegen sind viele andere Facetten seiner spannenden und faszinierenden Persönlichkeit weitgehend unbekannt.“.

Ebenfalls vom Hauptstaatsarchiv kamen die beiden weiteren Kuratoren. Wolfgang Mährle führte in die „Lebenswelten“ des vielseitig begabten Herzog Wilhelms ein: Wilhelm, der 1810 als Sohn Herzog Wilhelms von Württemberg, des jüngeren Bruders von König Friedrich, geboren wurde, habe sich nie mit seiner Herkunft aus einer nicht thronfolgeberechtigten Seitenlinie des Hauses Württemberg abgefunden und strebte zeitlebens den Fürstenstand an. Kurz nach seiner Erhebung 1867 erlitt er einenSchlaganfall und starb 1869. In einem Zeitstrahl wird das Leben Wilhelms dargestellt und macht deutlich, dass er in einer Epoche großer Gegensätze und Widersprüche lebte. Ein Teil ist der Persönlichkeit und der Familienkonstellation gewidmet. In erster Ehe war er mit Theodolinde von Leuchtenberg, der jüngeren Schwester von Eugenie von Hohenzollern-Hechingen, verheiratet. Ein weiterer Teil stellt die Militärlaufbahn des „technikaffinen“ Wilhelms dar. Die turbulenten Jahre 1848/49 und 1866 werden ebenfalls anhand seiner Person beleuchtet.

Archivar Eberhard Merk, widmete sich dem bedeutendsten Vermächtnis: Schloss Lichtenstein. 1837 wollte Wilhelm für sich und seine Familie eine Ritterburg „im altdeutschen Stil“ bauen. „Für Wilhelm war das Wohnen in seiner Ritterburg mehr als eine Reminiszenz an das Mittelalter, sondern Ausdruck eines konservativen Lebensgefühls.“ Nach drei Jahren Bauzeit konnte er das Schloss 1842 beziehen.

Die Ausstellung dokumentiert ausführlich die Entstehungsgeschichte und die Innenausstattung des Schlosses. Sie beleuchtet zudem mit wertvollen Exponaten und Texten die Epoche .

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen