Auftakt von „Sigmaringen liest“ widmet sich dem Buch der Bücher

Lesedauer: 4 Min
Die Bibel als lohnender Bestseller präsentiert von Daniel Valerius, Bezirkskantor Bruno Hamm, Pfarrerin Kathrin Fingerle, Gitarr
Die Bibel als lohnender Bestseller präsentiert von Daniel Valerius, Bezirkskantor Bruno Hamm, Pfarrerin Kathrin Fingerle, Gitarrist Christoph Betz und Pastoralreferent Frank Scheifers (von links). (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Die erste von neun Veranstaltungen von „Sigmaringen liest“ hat das meistgelesene Buch in den Mittelpunkt gestellt. Unter dem Titel „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte“ stellten zwei Theologen und ein Richter Texte aus zwei neuen Bibelübersetzungen vor. Bezirkskantor Bruno Hamm und Christoph Betz ergänzten die Geschichten mit Orgel und Gitarre. Die Gäste konnten sich zudem singend in der Kreuzkirche mit zwei Kirchenliedern einbringen.

Bei diesem ökumenischen Leseabend, der in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese, dem Dekanat, der Seesorgeeinheit und der evangelischen Kirchengemeinde Sigmaringen sowie den Bildungswerken Inzigkofen und der Seelsorgeeinheit Laiz-Leibertingen zustande kam, ging es auch um das Verbindende der Bibel. Die evangelische Pfarrerin Kathrin Fingerle und der katholische Pastoralreferent Frank Scheifers luden die rund 50 Gäste ein, das „meistverbreitete Buch der Erde mit einem „Überraschungsohr“ und einem „Überraschungsauge“ neu zu hören und zu lesen.“ Textgrundlage waren die katholische Einheitsübersetzung der heiligen Schrift von 2016 und die revidierte Lutherbibel von 2017. Die neuen Übersetzungen würden wieder weiter in ursprünglichere Textvarianten zurückgreifen.

Das alte Testament kam zuerst zu Wort: „Es ist nur langsam auf einem Entwicklungsweg von einem ganzen Jahrtausend in seine Endgestalt gelangt.“ Von der mündlichen Überlieferung bis zum endgültigen Text führte ein langer Weg, der, so Scheifers, eine teils fremde Welt beschreibe: „Doch neben Unverständlichem, Unvollkommenem und Zeitbedingtem finden sich darin tiefgreifende Gotteserfahrungen und Lebensweisheiten, die uns auch heute viel zu sagen haben.“ Abwechselnd und mit Intermezzi von Christoph Betz verknüpft, lasen die beiden Theologen und Verwaltungsrichter Daniel Valerius von der Berufung Abrahams oder Jakobs Kampf. Manchmal stellten sie die Lutherübersetzung und die Einheitsübersetzung parallel in den Raum. Das „Christusgeschehen“ führte zum Neuen Testament. Fingerle erläuterte, wie es zur „Heiligen Schrift“ wurde: „Die Heilige Schrift des entstehenden Christentums war bis zur Mitte des zweiten Jahrhunderts nach Christus ausschließlich die jüdische Bibel.“ Erst ab dem Jahr 376 seien die Geschichten bezeugt: „Das Neue Testament bietet uns eine Einheit in der Vielfalt des Zeugnisses über Christus.“ Eine Auswahl spannender Texte gab es auch diesmal, wie die beeindruckende Geschichte vom verlorenen Sohn oder als Maria Magdalena bei dem leeren Grab Jesu. Der Lesung hätte man noch mehr Zuhörer gewünscht, um die selten gehörten Geschichten weiter zu verbreiten. Dennoch war es ein runder Abend und ein gelungener Auftakt für die folgenden Lesungen: Genaues Hinhören und Lesen lohnt sich.

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