Aufkleber soll Kinder in Notlagen helfen

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 Die Kinder aus der Grundschulbetreuung des Kinderhauses Maria Theresia besuchen die „Schwäbische Zeitung“. Im Hintergrund klebt
Die Kinder aus der Grundschulbetreuung des Kinderhauses Maria Theresia besuchen die „Schwäbische Zeitung“. Im Hintergrund klebt Luca den Ein-Herz-für-Kinder-Sticker auf die Tür der Geschäftsstelle der „Schwäbischen Zeitung“. Der Aufkleber soll Geschäfte als Anlaufstation für Kinder in Notlagen ausweisen und klarmachen: Hier bekommt ein Kind Hilfe. (Foto: Anna-Lena Janisch)

16 Kinder aus der Grundschulbetreuung des Kinderhauses Maria Theresia haben vergangene Woche die „Schwäbische Zeitung“ besucht. In Kooperation mit dem „HGV - Die Stadtinitiative“ haben die Kinder an der Entstehung des Aufklebers „Ein Herz für Kinder“ mitgewirkt, der Geschäfte in der Stadt als Anlaufstelle für Kinder in Notlagen ausweisen soll.

Das Gewinnerbild von Luca zeigt ein buntes Herz mit rotem Kreuz in der Mitte. Es ziert mehr als 100 Aufkleber, die nach und nach an Läden, Restaurants, Tankstellen, Apotheken oder öffentliche Einrichtungen ausgegeben werden. Der Aufkleber soll für Kinder gut sichtbar angebracht werden und denen, die sich etwa verlaufen haben, vermitteln: Hier bekommst du Hilfe. Die Kinder der Grundschulbetreuung hatten alle fleißig gemalt, weswegen es Lucas Gewinnerbild geworden ist, erklärt der Verlagsleiter der „Schwäbischen Zeitung“ und HGV-Vorstand Matthias Eisele so: „Das Herz passt gut auf einen runden Aufkleber, die bunten Farben deuten auf die vielen Kinder hin, die in Sigmaringen leben, und das rote Kreuz erinnert an das DRK und vermittelt: Hier bekommt man Hilfe“, so Eisele. Allerdings sei es schwer gewesen, sich bei der tollen Auswahl an eingereichten Bildern auf ein Siegerbild festzulegen.

Kinder können in den Geschäften um Hilfe bitten

Bei ihrem Besuch in der Redaktion mit den Erzieherinnen Christina Huber, Karina Halder und Natascha Schmid erklärten die Kinder, in was für Notlagen man als Kind geraten kann: „Wenn man ein Pflaster braucht“, „wenn man verfolgt wird“, „wenn man von Älteren herumgeschubst und geärgert wird“, oder: „wenn man seine Eltern verloren hat“, zählen die Grundschüler auf. Anstatt hilflos in der Stadt herumzuirren, können sich Kinder an die ausgewiesenen Geschäfte wenden und dort um Hilfe bitten – sei es in Sachen Erstversorgung, Trost, Schutz oder um die Eltern zu kontaktieren. Die Aktion gibt es bereits seit 2009 in Sigmaringen, doch die alten Aufkleber sind mittlerweile schon vergilbt und werden kaum mehr wahrgenommen.

Doch nicht nur Kinder kriegen in den Geschäften mit dem Ein-Herz-für-Kinder-Sticker Hilfe. „Auch Eltern können, wenn sie ihr Kind suchen, Hilfe im Geschäft bekommen“, sagt ein Junge. „Es sollte deswegen ,Ein Herz für Menschen’ heißen“, so der Vorschlag der Kinder. Im Anschluss an das „Pressegespräch“ konnten die Kinder noch Einblicke in den Redaktionsalltag erhalten und erfuhren, wie eine Zeitung gemacht wird.

Im März wird die Aktion offiziell vorgestellt: Der Direktor des erzbischöflichen Kinderheims Haus Nazareth, Peter Baumeister, wird dann die Beteiligten aus Einzelhandel, Gastronomie und Co über die Ziele und Erwartungen im Hinblick auf die Aktion aufklären.

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