Annahaus wird um 1,28 Millionen Euro teurer

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 Das Landratsamt will das Annahaus als Verwaltungsgebäude nutzen. Um- und Anbau kosten knapp zehn Millionen Euro.
Das Landratsamt will das Annahaus als Verwaltungsgebäude nutzen. Um- und Anbau kosten knapp zehn Millionen Euro. (Foto: Büro Planquadrat)
Schwäbische Zeitung

Der Umbau des früheren Annahauses zu einem Bürogebäude wird um 15 Prozent teurer als angenommen. Der Kreisräte des Verwaltungsausschusses tragen die Kostensteigerung mit und empfehlen dem Kreistag die Vergabe der ersten Gewerke. Das Landratsamt will das leerstehende Gebäude in seiner Nachbarschaft um- und anbauen. 80 Arbeitsplätze sollen in dem Bürogebäude entstehen. Baukosten in Höhe von knapp zehn Millionen Euro sind nun veranschlagt.

Kreiskämmerer Franz-Josef Schnell schloss weitere Kostensteigerungen aus: „Wir gehen davon aus, dass wir mit den 9,7 Millionen Euro hinkommen werden“, sagte er in der Sitzung des Verwaltungsausschusses des Kreistags am Montag. Vor zwei Jahren waren Baukosten in Höhe von 8,42 Millionen Euro ermittelt worden. Die Mehrkosten in Höhe von 1,28 Millionen Euro erklärte Helmut Göppel-Wentz von der Liegenschaftsverwaltung des Landratsamts hauptsächlich mit der boomenden Baukonjunktur. Etwa 720 000 Euro seien darauf zurückzuführen. Die restliche halbe Million Euro erklärt der Liegenschaftsverwalter mit Maßnahmen, die vor zwei Jahren noch nicht bekannt waren: Der Ausbau schadstoffhaltiger Bauteile kostet den Landkreis 220 000 Euro, eine Verbesserung des Baugrunds 120 000 Euro, Einbau von Aushub 60 000 und der Bau von zusätzlichen Parkplätzen 160 000 Euro.

Die ersten Gewerke sind – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag – vergeben worden: Für die Zimmerer- und Holzbauarbeiten ging lediglich ein Angebot ein, die Krauchenwieser Firma Gmeiner soll für rund 270 000 Euro den Zuschlag bekommen. Höher war das Interesse unter den Rohbauunternehmen. Die Firma FK Systembau (Münsingen) setzte sich unter fünf Mitbewerbern mit einem Preis in Höhe von 1,35 Millionen Euro durch. Den Zuschlag für den Abbruch erhielt eine Nürnberger Firma bei insgesamt fünf Angeboten (Preis: rund 440 000 Euro). Über acht Gewerken entschieden die Kreisräte am Montag, damit ist knapp ein Drittel des Bauvolumens vergeben. Endgültige Kostensicherheit habe man noch keine, sagte Landrätin Stefanie Bürkle. „Aber ist ist jetzt etwas beruhigender, denn wir rechnen nach bestem Wissen und Gewissen hoch.“

Der Bauausschuss des Sigmaringer Gemeinderats wird sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch mit dem Bauantrag befassen. Die Arbeiten sollen im Juni mit dem Teilabbruch des Gebäudes beginnen. Derzeit werden die Vergabeunterlagen für die restlichen Gewerke erstellt, im Oktober soll darüber entschieden werden.

Das Annahaus wurde bis 2012 als psychiatrische Einrichtung genutzt. Seither steht da Gebäude leer. Der nicht denkmalgeschützte Bereich wird abgerissen, das Bestandsgebäude ertüchtigt und im nördlichen Bereich wird ein Anbau entstehen. Nach der Fertigstellung im kommenden Jahr wird der Kreis das von ihm gemietete Grüne Zentrum in Laiz (Winterlinger Straße) aufgeben. Das Grüne Zentrum gehört der Stadt Sigmaringen. Im Annahaus sollen künftig die Fachbereiche Landwirtschaft und Straßenbau Platz finden. Die Albert-Reis-Technikerschule wird in der neu gebauten Bertha-Benz-Schule unterkommen.

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