Angelo-Stiftung unterstützt krebskranke Familien

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Sechs des achtköpfigen Gremiums der Angelo-Stiftung bei der Gründungsabschlussversammlung: (hintere Reihe von links) Babette Sch (Foto: Sven Zeller)
Schwäbische Zeitung
Sven Zeller

„Klein aber fein“ ist das Motto der Angelo-Stiftung, deren Gründung am gestrigen Nachmittag offiziell gemacht wurde. Dabei wurde unter anderem Jochen Fetzer, Bürgermeister der Gemeinde Bingen, als Stiftungsträger ernannt.

Somit können in Notlagen Gelder direkt eingesetzt werden. Derzeit besteht die Stiftung aus einem achtköpfigen Gremium, das Kindern mit einer Krebserkrankung oder Kinder, deren Eltern an Krebs erkrankt sind, finanziell und sozial unterstützen möchte.

„Wir wollten mit der Stiftung etwas schaffen, das nicht nur von kurzer Dauer ist, sondern Beständigkeit hat“, sagt Stiftern Evi Clus. Seit über zehn Jahren schon setzt sie sich für die Selbsthilfe krebskranker Menschen und deren Angehörigen ein. Somit unterstütze die Stiftung auch Elternteile krebskranker Kinder, die durch die Erkrankung in eine besondere Notlage gekommen sind. Da die Arbeit der neuen Stiftung für jedermann transparent sein soll, beziehe sich die Unterstützung vorwiegend auf den Landkreis Sigmaringen.

Ein Kind, das unterstützt werden soll, ist Paul Schube aus Laiz, bei dem vor einem Jahr Leukämie diagnostiziert wurde. Um ihrem Sohn rund um die Uhr beiseite zu stehen, musste die alleinerziehende Babett Schube ihre Arbeit aufgeben. Seither reicht das Geld kaum zum Leben aus. Genau im richtigen Moment wenden sich Evi Clus von der Selbsthilfe für Menschen mit Krebs aus Gammertingen und Holger Hofstetter vom Bücherbasar aus Bingen an die verzweifelte Mutter und bieten ihre Hilfe an. Das soll auch weiterhin der Fall sein. Da Babett Schube die Lage, die sich bei einer Krebserkrankung in einer Familie ergibt, bestens kennt, gehört auch sie dem Gremium der Angelo-Stiftung an. Durch ihre Hilfe möchte sie andere Familien ermutigen und bei ihrem Kampf unterstützen.

Kinderfriedhof in Sigmaringen soll schön gestaltet werden

Ein weiteres geplantes Projekt sei die Aufbereitung des Sigmaringer Kinderfriedhofes. „Wir möchten zeigen, dass wir auch für solche Dinge ein offenes Auge haben“, sagt Clus. Deshalb wolle man unter anderem Kletterrosen pflanzen und einen Grabengel auf dem Friedhof platzieren. Wer einen solchen Engel besitzt, dürfe sich gerne melden. Des Weiteren werde in Bingen bereits ein Benefizkonzert geplant, das im Oktober stattfinden soll.

Clus hofft auf zahlreiche Unterstützung aus der Bevölkerung: „Ich freue mich, dass bereits mehrere Personen gefragt haben, wann sie denn endlich spenden können“, sagt Clus. Da das Spendenkonto in den kommenden Tagen erst noch eröffnet werde, dürfen sich Spender schon vorab an Bürgermeister Fetzer unter Telefon 07571/740 70 wenden.

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