Alle Integrationsmanagerstellen im Landkreis sind besetzt

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Arbeiten landkreisweit für den Pakt für Integration: Oben von links: Sanja Mühlhauser und Manuela Friedrich. Mitte von links: S
Arbeiten landkreisweit für den Pakt für Integration: Oben von links: Sanja Mühlhauser und Manuela Friedrich. Mitte von links: Susanne Karrer, Melanie Winz. Unten von links: Lisa Braun und Nina Gershanyk. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

Alle Integrationsmanagerstellen im Landkreis Sigmaringen sind nun besetzt. Das berichtet die Landkreisverwaltung. Die praktische Arbeit der sozialen Beratung und Betreuung von Geflüchteten wurde vom Landratsamt auf den Caritasverband übertragen. Rund fünf Stellen im Integrationsmanagement werden vom Land finanziert. Seit einigen Tagen sind alle Stellen im Integrationsmanagement besetzt.

„Flüchtlinge sind immer wieder ein Thema. Oft sind es negative Schlagzeilen, die Furore machen. Dabei sind viele der Menschen, die nach Deutschland gekommen sind längst in einer eigenen Wohnung, machen eine Ausbildung oder haben eine Arbeitsstelle. Das bedeutet aber nicht, dass sie keine Unterstützung mehr brauchen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn auch wenn das tägliche Leben so einigermaßen bewerkstelligt werden könne, sei es noch ein weiter Weg zur Integration – also zu dem, was sich die Einheimischen wünschen, was Geflüchtete anstreben und was die Politik fordere. Seit Herbst 2017 wird in Baden-Württemberg der „Pakt für Integration“ umgesetzt. Er soll die Kommunen bei der Integration von Geflüchteten in der Anschlussunterbringung unterstützen. Kernelement ist das flächendeckende Integrationsmanagement. Die Handhabung erfolgt ganz unterschiedlich. Im Landkreis Sigmaringen geht man einen Weg, der andernorts gescheut wird.

„Nicht jede Gemeinde sieht sich in der Lage, ein eigenes Integrationsmanagement auf die Beine zu stellen. Und manchmal ist es auch so, dass die Zahl der Geflüchteten vor Ort nicht sehr groß ist. Doch auch hier muss Integrationsarbeit geleistet werden“, vermeldet das Landratsamt. Der Landkreis hat deshalb für alle Kommunen die Organisation des Integrationsmanagements übernommen.

„Diese Konstruktion, wie wir sie bei uns haben, kommt nicht oft vor“, sagt Stefanie Thiel, Referentin für Caritassozialdienst und Migration beim Caritasverband Sigmaringen. Die Konzeption sei einheitlich und es gebe viele Synergieeffekte. Bislang hatte die Kreisverwaltung 1,5 Stellen für die Sozialarbeit in den Kommunen aus eigenen Mitteln finanziert, wie Melanie Winz, bisherige Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte des Landkreises deutlich macht.

Mit dem „PIK“, wie die Sozialarbeiter das neue Integrationsinstrument nennen, sei auf die Fachkräfte vor Ort eine ganze Menge an „Papierkram“ zugekommen. „Es muss sehr viel dokumentiert werden“, heißt es in einer Gesprächsrunde, wo man Erfahrungen austauscht. Auch müssten Integrationspläne erstellt werden. Der Geldgeber Land wolle wissen, was mit den Steuermitteln passiere. Und das sei eine ganze Menge. Ganz wichtig sei die Einzelfallberatung von Geflüchteten. Zudem müssten individuelle Pläne erstellt werden. Wenn es Probleme gebe, seien die Integrationsmanager da und versuchten auf ganz unterschiedliche Weise zu helfen. Wichtig sei dabei auch die Einbindung der vielen ehrenamtlichen Helfer im Landkreis.

Den Sozialarbeitern sei die Arbeit mit Geflüchteten nicht neu. Als sehr wertvoll werde die Möglichkeit gesehen, dass man andere Beratungsdienste des Caritasverbandes mit einbinden könne. Die Integrationsmanager sehen sich als Bindeglied zwischen Flüchtling, Ehrenamt, Kommune und Behörde. Das Ziel sei eindeutig definiert: Geflüchtete Menschen sollen selbständig und selbstverantwortlich leben. Bislang sind die Erfahrungen durchweg positiv, heißt es vonseiten des Landratsamtes. Erfolge sind nötig. Denn die Finanzierung des Pakts für Integration ist auf zwei Jahre befristet.

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