Adolf Muschg kommt in den Alten Schlachthof

 Der Schweizer Autor Adolf Muschg kommt am Donnerstag, 19. Mai, ins Ateliers im Alten Schlachthof.
Der Schweizer Autor Adolf Muschg kommt am Donnerstag, 19. Mai, ins Ateliers im Alten Schlachthof. (Foto: Veranstalter)
Schwäbische.de

Der Schweizer Autor Adolf Muschg stellt am Donnerstag, 19. Mai, in den Ateliers im Alten Schlachthof seinen vor Kurzem erschienenen Roman „Aberleben“ vor. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Adolf Muschg ist nicht nur einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache, er ist auch ein über die Grenzen hinaus bekannter Literaturwissenschaftler, schreiben die Veranstalter in einer Ankündigung. So war er von 1970 bis 1999 Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und von 2003 bis 2006 Präsident der Akademie der Künste Berlin. Sein umfangreiches Werk, wie „Albissers Grund“, der Parzival-Roman „Der Rote Ritter“, „Sutters Glück“ und „Kinderhochzeit“ wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter findet sich der Georg-Büchner-Preis oder der Hermann-Hesse-Preis sowie jüngst der „Grand Prix de Littérature“ der Schweiz. Muschg schöpft in seinem aktuellen Roman wieder aus dem Vollen und verknüpft spielerisch und gekonnt Biografisches mit seinem früheren Werk.

Auch wer die anderen Romane nicht kennt, darf sich auf eine tiefgründige wie unterhaltsame Lesung freuen: Um in Berlin ein neues Buch zu schreiben, verlässt A., ein Schriftsteller von siebzig Jahren, die Schweiz – und seine Ehe. Er hat beschlossen, seine Krebsbehandlung abzusetzen, dafür aber einer Figur, die er in seinem letzten Roman sterben ließ, ein zweites Leben zu bescheren. Man kann in A.s Vorsatz die Wette zwischen Kunst und Leben wiederfinden, die in der westlichen Literatur Tradition hat. Dabei stößt sie mit einer frohen Botschaft zusammen, welche die Frage durch einen Erlöser für entschieden hält, dem man nur noch glauben muss. Indem A. der Einladung folgt, in Ostdeutschland eine Weihnachtspredigt zu halten, setzt er sich dieser Versuchung aus – aber erlebt auch andere, mit denen er nicht gewettet hat. Er erfährt, dass er über Figuren seiner Erfindung so wenig allein verfügen kann wie über andere Menschen, denen er begegnet.

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