400 Schüler gehen für den Klimaschutz auf die Straße

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 Ungefähr 400 Schüler protestieren am Freitag für mehr Klimaschutz in Sigmaringen.
Ungefähr 400 Schüler protestieren am Freitag für mehr Klimaschutz in Sigmaringen. (Foto: Mareike Keiper)
Mandy Streich

Am Freitag war es jetzt auch in Sigmaringen so weit: Laut Polizeiangaben sind rund 400 Schüler zur „Fridays for Future“-Demonstration auf den Sigmaringer Marktplatz vor dem Rathaus gekommen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Die Schülern sind vorwiegend Schüler der Liebfrauenschule Sigmaringen. Gerald Eisen, Schulleiter der Liebfrauenschule sowie zahlreiche Lehrer befürworten die Aktion der Schüler.

Den Liebfrauenschülern, unter ihnen die Hauptorganisatoren Mathis Hoheisel, Jonas Hotz und Jan Louter von der Arbeitsgemeinschaft Fairtrade/Umwelt der Liebfrauenschule, ist bei der Demonstration vor allem der regionale Bezug zu Sigmarignen wichtig. „Wir sind nicht nur die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann, sondern auch die erste Generation, die davon betroffen ist“, sagt Mathis Hoheisel bei seiner Ansprache vor den Schülern, während er auf dem Rathausbrunnen steht. „Aktuell sind nur rund zehn Prozend der insgesamt 3500 nutzbaren Dächer in Sigmaringen mit Fotovoltaikanlagen belegt. Wir müssen die Menschen zum Umdenken bewegen“, sagt er.

Es gibt keinen Planeten B

Bei den zahlreichen selbstgebastelten Schildern haben sich die Schüler der unterschiedlichsten Klassenstufen viel Mühe gegeben. Mit Sprüchen wie „Opa, was ist ein Schneemann?“, „Es gibt keinen Planten B“ oder „Klimaschutz ist aussichtsloser als mein Mathe-Abi“ wollen sie auf das weltweite Problem aufmerksam machen.

Gina Berger, Landesjugendsprecherin der BUND-Jugend ist extra aus Ravensburg zur Demonstration nach Sigmaringen gekommen. „Der Klimawandel ist keine Abwägungssache – es gibt keinen Planeten B“, sagt sie in ihrer Ansprache. „Es ist einfach super, dass jetzt auch die Schüler im ländlichen Raum etwas zum Klimaschutz auf die Beine stellen“, sagt sie anschließend. Die Klimaschutzkonzepte von Stadt und Kreis sollen laut Berger in Zukunft mehr in den Fokus gerückt werden.

Organisatoren sind zufrieden

Mathis Hoheisel ist nach der Demonstration auf dem Marktplatz begeistert. „Ich bin auf jeden Fall super zufrieden, wie es gelaufen ist“, sagt er. „Wenn hier allein 400 Schüler kommen, dann ist das schon ein Zeichen für Sigmaringen.“

Wir sind nicht nur die letzte Generation, die etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann, sondern auch die erste Generation, die davon betroffen ist. Mathis Hoheisel

Auch zahlreiche Eltern und Lehrer sind zur Demonstration auf den Marktplatz gekommen, um ihre Kinder zu unterstützen. „Es ist erstaunlich – da erkennt man sein eigenes Kind nicht mehr, wenn es plötzlich so engagiert ist und für eine Sache so brennt“, sagt Gabriele Louter, die Mutter des Mitorganisators Jan Louter. „Ich finde es gut, dass er es durchzieht, obwohl er teilweise auch von anderen Oberstufenschülern Kritik dafür bekommen hat“, sagt sie.

Auch Gerald Eisen, Schulleiter der Liebfrauenschule, befürwortet das Engagement der Schüler: „Es ist mir einfach wichtig, weil wir auch als Schule mit unseren Werten dafür stehen. Die Schüler bekommen die Aufmerksamkeit nur dann, wenn sie während der Schulzeit demonstrieren und da gehören Grenzüberschreitungen einfach dazu.“ Besonders gut finde er, dass die Schüler auf ihrem Weg zurück zur Liebfrauenschule am Ende der Kolonne den Müll aufsammeln, den sie nicht einmal selbst zu verantworten haben. Konzequenzen habe das „Schule schwänzen“ für die Schüler der Liebfrauenschule jedenfalls nicht.

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