1113 Läufer stellen sich der Herausforderung

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Hand in Hand ins Ziel: Beim Silvesterlauf geht’s um sportliche Leistungen – aber eben nicht nur.
Hand in Hand ins Ziel: Beim Silvesterlauf geht’s um sportliche Leistungen – aber eben nicht nur. (Foto: Susanne Grimm)
Schwäbische Zeitung
Susanne Grimm

Zum 34. Mal hat der Verein „Lauftreff Sigmaringen“ den Sigmaringer Silvesterlauf durchgeführt, und wie jedes Jahr brachen die Anmeldezahlen mit 1113 Teilnehmern wieder die Rekorde der vergangenen Jahre. Auch der Besucherandrang schien am letzten Tag des Jahres 2017 deutlich höher als sonst: Rund um die Stadthalle waren alle Parkplätze belegt, und die Menschenmassen rund um den Bereich des Zieleinlaufs erinnerten eher an ein Volksfest als an ein Sportevent.

Dennoch fehlte es nicht an sportlichem Ehrgeiz der Läufer, die sich auf der Zielgeraden teilweise heftige Zweikämpfe lieferten. Die Veranstaltung stand auch wettermäßig unter einem guten Stern: Nach massivem Schneefall und Dauerregen an den Vortragen schien am Nachmittag die Sonne. „Echtes Hohenzollernwetter“, sagte Christine Brückner vom Veranstalterteam. „Wir hatten schon Jahre, da waren wir zwei Tage vorher mit Hacke und Schaufel zugange, um die Laufstrecke von Eisplacken und Schneehaufen zu befreien.“

Schlag 12.30 Uhr startete das erste große Läuferfeld hinter der Stadthalle zum Fünf-Kilometerlauf unter dem Beifall der Zuschauer. Mit 643 gemeldeten Sportlern schien der Läuferpulk kein Ende zu nehmen. Groß und Klein, Alt und Jung, Männlein und Weiblein sowie ein Vierbeiner an der Leine machten sich auf den Weg, um dem alten Jahr energiegeladen den Rücken zu kehren. Bereits gute 15 Minuten später verkündete Moderatorin Sabrina Urban das Eintreffen der ersten Läufer auf der Zielgeraden. Zeitgleich überschritten der Jugendliche Nicolas Mann aus Tübingen und der Erwachsene Raphael Arnold aus Ludwigsburg die Ziellinie. Die Letzten des Fünf-Kilometer-Sparkassenlaufs brauchten bis zu einer Dreiviertelstunde, um sich, zum Teil schweißgebadet, trotzdem als Sieger zu fühlen. „Es wird immer nur über die Besten und Schnellsten berichtet“, sagte eine Mitarbeiterin des Organisationsteams, die nicht namentlich genannt werden will. Dabei wisse man nicht, was die Teilnehmer dazu veranlasst, sich dieser sportlichen Herausforderung zu stellen. „Wenn einer eine schwere Krankheit überstanden, dem blauen Dunst entsagt oder vielleicht abgespeckt hat, dann kann die Leistung, einen solchen Lauf absolviert zu haben, höher gewichtet werden als die eines jungen gesunden Menschen“, sagte sie und eilte zu einer jungen Frau, die völlig erschöpft ins Ziel wankte.

„Gott sei Dank ist noch nie etwas Ernsthaftes passiert“, sagte die Helferin, als die Sportlerin sich wieder erholt hatte. Das bestätigte auch die stellvertretende Bereitschaftsleiterin des DRK Sigmaringen, Anja Mezger: „Ich bin seit 14 Jahren beim Silvesterlauf dabei. In all den Jahren haben wir höchstens mal ein Pflaster gebraucht oder einen umgeknickten Fuß gekühlt.“ Auch Rüdiger Hennig, Leiter der sportmedizinischen Abteilung der SRH-Klinik Sigmaringen, bescheinigte während seines Dienstes vor Ort den Teilnehmern des Silvesterlaufs, gut vorbereitet gewesen zu sein.

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