Überlebenstag fordert Erfindungsgeist

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Am Lagerfeuer zwischen den Zelten backen die Jugendlichen ihr Stockbrot.
Am Lagerfeuer zwischen den Zelten backen die Jugendlichen ihr Stockbrot. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die 38 Kinder des Jugendzeltlagers der Seelsorgeeinheit Laiz-Leibertingen haben zehn abwechslungsreiche und heiße Tage im Jostal bei Titisee-Neustadt verbracht. Von einem Natur-Überlebenstag, über eine Zweitages-Wanderung bis hin zu einer Stadtrallye in Freiburg erlebten die Kinder die breite Vielfalt des Schwarzwalds hautnah. Von schweren Unwettern oder Hitzegewittern ist das Zeltlager verschont geblieben.

Das Programm ließ keine Routine aufkommen. Das ehrenamtliche Gruppenleiterteam um Lagerleiter Timo Straub hatte sich dieses Jahr einige Neuerungen einfallen lassen. Dazu zählt ganz bestimmt der „Natur-Überlebenstag“, an welchem die Lagerküche geschlossen blieb und sich Kinder und Gruppenleiter selbst versorgen mussten. Feuer machen, Geschirr herstellen, Essen zubereiten und erste Hilfe leisten gehörten dazu. Alle waren Teil eines Experiments: den ganzen Nachmittag wurde das Abendessen in Erdbacköfen gegart.

Ein weiteres Highlight waren die Zweitages-Wanderungen, bei denen das ganze Lager in Kleingruppen eine kleine Schnitzeljagd machte. Die Gruppen schwärmten mit Karte und Kompass aus. Die erste Herausforderung war es, die etwa zehn Kilometer entfernten Zwischenziele und dort die Hinweise zum endgültigen Ziel zu finden.

Am Thementag enterten viele hartgesottene Piraten den Lagerplatz. In verschiedenen Meuten bauten und dekorierten die Kinder vormittags zuerst ihre prächtigen Schiffe. An zahlreichen Stationen mussten anschließend verschiedene Piratenprüfungen bestanden werden.

Bei einem gemeinsamen Ausflug in das nahegelegene Freiburg durften die Kinder bei einer StadtralleyStadtrallye die verschiedenen Ecken und die Geschichte der historischen Stadt selbstständig erkunden. Freie Zeit, um sich im Trubel der Großstadt treiben zu lassen, blieb natürlich auch.

Das Zeltlagerbanner muss verteidigt werden

Unter anderem standen noch ein Geländespiel, eine Nachtwanderung und einer bunter Abend, auf dem Programm.Für die Nachtwachewar danach aber noch keine Zeit zu schlafen, schließlich musste das Zeltlagerbanner während der Überfallszeit im Auge behalten werden. Das musste mehrmals mit ganzem Körpereinsatz verteidigt werden.

Alles bei dem Wasser im Spiel war, hatte Hochkonjunktur und war mal kein Wasser dabei, so holten es sich die Kinder einfach hinzu. So ließ sich dasProgramm mit regelmäßigen Schattenpausen, Kopfbedeckung und viel Trinken ohne große Hitzeauswirkungen durchziehen.

Lagerleiter Timo Straub zeigte sich erleichtert und war zugleich stolz auf die Kinder: „Ein Zuckerschlecken war die Hitze nicht und es war schön zu sehen, wie alle schnell lernten mit ihr umzugehen. Zehn Tage im Freien, bedeutet sich zehn Tage der Natur anzupassen. Glücklicherweise zogen die schweren Gewitter an uns vorbei.“

Auf so engem Raum wird das Miteinander immer wieder auf die Probe gestellt. Es gilt dem Gegenüber zuzuhören, eine gemeinsame Lösung bei Streitigkeiten zu finden und vor allem zu verzeihen. Das ist ein großer Schatz, den das Lager hüten will und dder alle während der Zeltlagertage trotz Anstrengungen immer wieder bereichert. Das ist eine Leistung von über 20 jungen Erwachsenen aus der Seelsorgeeinheit. Ihnen gilt ein herzlicher Dank und Vergelt‘s Gott, dass sie in ihrer freien Zeit solch ein abwechslungsreiches Programm für 10 Tage auf die Beine stellen und die Verantwortung für 38 Kinder übernehmen.

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