Ökonomie und Ökologie verbinden

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 Der Borkenkäfer hinterlässt seine deutlichen Spuren.
Der Borkenkäfer hinterlässt seine deutlichen Spuren. (Foto: Kersten Hamann)
Kersten Hamann

Der Gemeinderat Sigmaringen hat bei einer öffentlichen Sitzung im Stadtwald den Zustand des Waldes besichtigt. Nach einer kurzen Einweisung durch Jürgen Kohler von der städtischen Forstabteilung, zuständig für die Reviere Sigmaringen, Laiz und Oberschmeien, ging es mit dem Bus zum ersten Anlaufpunkt in den Laizer Wald.

Zusammen mit Stefan Fischer, Förster für die Reviere Jungnau, Unterschmeien und Gutenstein, sowie Walter Jäger, einem Experten aus dem Landratsamt Sigmaringen, Fachbereich Forst, wurde den Teilnehmern ein ausführlicher Überblick in die aktuelle Waldsituation gegeben. Themenschwerpunkte waren hierbei die Vorstellung des Stadtwaldes und die damit verbundene Forsteinrichtung.

Der Stadtwald soll als Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna zur Erhaltung gefährdeter Arten erhalten und verbessert werden, so Walter Jäger ergänzend. Die Stadt Sigmaringen erntet derzeit 24 500 Festmeter. „Natürlich müssen die Waldverlustflächen kontinuierlich ersetzt werden, um den Baumbestand zu erhalten, erklärt Stefan Fischer.

Sicherheitsaspekte bei der Waldbewirtschaftung

Der Wald in der Nähe des Baugebietes „Hohe Tannen“ ist ideal, um den Teilnehmern auch die unterschiedlichsten Sicherheitsaspekte bei der Waldbewirtschaftung näherzubringen. Weitere Themen waren hierbei unter anderem auch die Baumartenwahl, Arten- und Bodenschutz sowie angepasste Wildbestände.

Bei fast 35 Grad im Schatten ging es über die neu eingerichteten, noch nicht ganz fertig gestellten Mountainbike-Trails. Der neugewählte Gemeinderat Marcel Amann sagte: „Es ist alles super interessant. Obwohl ich sehr oft sportlich im Wald unterwegs bin, habe ich viele Dinge, die hier thematisiert werden, bisher gar nicht wahrgenommen. Besonders die Vereinbarkeit von Ökologie, Ökonomie und Freizeit als Ziele in Einklang zu bringen, ist eine große Herausforderung“.

Heinz Gauggel, ehemaliger Gemeinderat sagte: „Ich habe in den letzten Jahren so gut wie nie einen Waldtag ausgelassen. Es ist spannend, die Entwicklung und Veränderung des Waldbestandes zu beobachten. Für mich ist der Wald Naturerlebnisraum, Erholungsraum und daher eine absolut erhaltenswerte Sache“.

Dritter Anlaufpunkt war schließlich der Jungnauer Wald. Revierförster Stefan Fischer konnte hier sehr anschaulich den Befall einzelner Bäume durch den Borkenkäfer erläutern. Auch wurden andere Schäden wie zum Beispiel der Pilzbefall thematisiert. Unabhängig davon vermeldete Fischer: „Wir haben im Rahmen der Aufforstung im Jungnauer Wald 5000 neue Bäume mit Schwerpunkt Buche gepflanzt“. Abschießend ging es mit den Teilnehmern noch zum Grillen auf eine Hütte nach Unterschmeien, wo man bei einer kühlen Erfrischung noch so über manche Waldthemen diskutieren konnte.

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