Ärzte protestieren gegen den Waffenhandel

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Medizinstudenten und Ärzte fordern einen Waffenhandelsstopp. (Foto: Ute Korn-Amann)
Ute Korn-Amann

„Wir sind in drei Gruppen unterwegs und in der dritten Gruppe ging ein Fahrrad kaputt, deswegen dauert es jetzt bis alle da sind“, sagt Sebastian Syamk, der gemeinsam mit weiteren 34 Radfahrern am vergangenen Mittwochnachmittag in Sigmaringen Station am Vier-Jahreszeiten-Brunnen machte.

Mit einer Fahrradtour von Ulm nach Villingen-Schwenningen wollen die Teilnehmer die Bevölkerung auf den Kongress „Zielscheibe Mensch“, organisiert von den Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) in Zusammenarbeit mit der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ aufmerksam machen. Als alle Radgruppen wieder zusammen waren, informierten sie die Bevölkerung mit Plakaten und Flugblättern über die Auswirkungen des globalen Waffenhandels. Unter anderem forderten sie, dass Deutschland keine Waffen an Saudi-Arabien liefert und baten die Sigmaringer sich an einer Unterschriftenliste zu beteiligen, die das Parlament und die Regierung auffordert zu beschließen, dass zukünftig keine Kriegswaffen und Rüstungsgüter exportiert werden.

Die Teilnehmer der Fahrradtour kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch zum Beispiel aus Kenia, Indien, Nigeria, Neuseeland und Nepal, die extra nach Deutschland geflogen kamen. “In Kenia müssen die Ärzte viele Schussverletzungen behandeln. Deutschland ist das dritte waffenexportierende Land”, sagt Sebastian Syamk, der in Homburg demnächst sein Medizinstudium abschließt. „Wir haben auch bei der Kleinwaffenfabrik Walther in Ulm eine Protestaktion durchgeführt und das werden wir auch beim Kleinwaffenhersteller Heckler und Koch in Oberndorf tun”, sagt Sebastian Syamk. Nicht weit von Oberndorf, in Villingen-Schwenningen, wird dann vom 30. Mai bis 2. Juni der internationale Kongress zum Thema Kleinwaffen stattfinden. Für einen Besuch der Gartenschau blieb den Ärzten keine Zeit mehr. „Wir müssen heute noch 70 Kilometer bis nach Villingen-Schwenningen fahren“, sagt Sebastian Syamk.

Joachim Booth, Neurologe, der 30 Jahre eine Praxis in Charlottenburg in Berlin hatte, radelte ebenfalls mit den Studenten mit. „In Ulm haben wir Kekse in Waffenform gebacken, die wir hier verteilen. Die Waffen kann man doch am besten vernichten, wenn man sie isst“, scherzt Joachim Booth.

Regio-TV hat sich mit den Ärzten unterhalten. Unter

www.schwaebische.de

 

kann der Beitrag abgerufen werden.

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