Schwenninger sind von Stuttgart 21 beeindruckt

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Mit vier Frauen und siebzehn Männern unternahm der HGV Schwenningen eine Besichtigungsfahrt zur Großbaustelle „Stuttgart 21“.
Mit vier Frauen und siebzehn Männern unternahm der HGV Schwenningen eine Besichtigungsfahrt zur Großbaustelle „Stuttgart 21“. (Foto: wiko)
Wilfried Koch

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Das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ ist Ziel einer Informationsreise des Handels- und Gewerbevereines (HGV) Schwenningen gewesen. Natürlich mit der Bahn reisten am Samstagmorgen die 21 Personen, die meisten waren Mitglieder, von Albstadt aus direkt zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Um zehn Uhr trafen die Schwenninger im Turmforum ein, wo sich ein Führer der Bahn der Gruppe annahm.

Zunächst gab es einen einstündigen Überblick über das Verkehrs- und Städtebauprojekt in der Ausstellung im Stuttgarter Bahnhofsturm. Vor allem die Zeitersparnisse der künftigen Reisenden im Zusammenhang mit der Entlastung des Hauptbahnhofes sowie die Direktverbindung zum Flughafen wurden als zukunftsweisende Veränderungen dargestellt. In einem verdunkelten Raum wurde der Fußboden stark beleuchtet und plötzlich standen die Besucher auf Stuttgart. An diesem Bild aus dem Jahr 2011 zeigte der Führer alle wesentlichen Maßnahmen des Projektes auf.

Nach der Einführung in der Ausstellung wurden die Schwenninger eingekleidet. Erst mit gelben Sicherheitsstiefeln, grünen Helmen und gelben Westen durften sie auf das Baustellengelände des neuen Hauptbahnhofes. Dieses ist aus Sicherheitsgründen total umzäunt und mit eigenen Baustraßen ausgestattet. „Damit soll der innerstädtische Verkehr keine zusätzliche Belastung durch unsere Baufahrzeuge und den Abtransport des Ausgrab-Materials erfahren“, wusste der Leitende. Die Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens mit vier neuen Bahnhöfen und über 50 Kilometern neuer Bahnstrecke ist das eine Teilprojekt von Stuttgart 21. Aus dem Kopfbahnhof werde ein leistungsfähiger Durchgangsbahnhof. Im Anschluss nach der Fertigstellung könne auf der neu entstandenen 100 Hektar großen Fläche nach Abbau der alten Gleisanlagen die Stadtentwicklung zusätzlich profitieren, hieß es.

Der zweite Teil von Stuttgart 21 ist die rund 60 Kilometer lange Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm, die über die Hälfte der Strecke in Tunneln verläuft. Als ökologischer Vorteil des Projektes sei die Verlagerung von jährlich Millionen Personenfahrten von der Straße auf die Schiene zu erwarten.

Die Schwenninger waren von der Baulogistik mehr als beeindruckt. Mehr als 80 Prozent des in der Innenstadt anfallenden Materials werden per Bahn oder Schiff an- und abtransportiert. Dazu zählen acht Millionen Kubikmeter Abraum und 1,5 Millionen Kubikmeter Beton. „Allein auf den innerstädtischen Bereich rund um den Hauptbahnhof entfallen 4,1 Millionen Kubikmeter Abraum und 835 000 Kubikmeter Beton – das entspricht einem Güterzug von Rom bis Helsinki“, informierte der Bahnvertreter.

Die letzte Stunde verbrachten die Schwenninger teilweise im Bus, der auf dem Baugelände fahrberechtigt ist. Der verkehrliche Nutzen des Großprojekts erstrecke sich sowohl auf den öffentlichen Nahverkehr als auch auf die Verbesserung der Bahnverbindungen zwischen den europäischen Metropolen in West- und Osteuropa. In Stuttgart entstehe einer der leistungsstärksten und modernsten Bahnknoten Deutschlands. Nicht zu unterschätzen seien die neuen Grünflächen im Herzen der Landeshauptstadt durch die Parkerweiterung. Außerdem sollen langfristig tausende Arbeitsplätze entstehen, erklär der Vertreter der Bahn.

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