Scheer beteiligt sich am interkommunalen Gewerbegebiet

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Gewerbegebiet soll auch Scheer zukunftsfährig machen.
Gewerbegebiet soll auch Scheer zukunftsfährig machen. (Foto: Archiv)
Vera Romeu

Der Gemeinderat der Stadt Scheer hat am Montag einstimmig beschlossen, dem Zweckverband, der das interkommunale Gewerbegebiet auf der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen entwickeln und erschließen wird, beizutreten. Es handelt sich um eine Fläche von rund 80 Hektar; ein kleiner Teil ist bereits bebaut, einige Unternehmen haben dort bereits ihren Sitz. Neun Gemeinden – Sigmaringen, Bingen, Sigmaringendorf, Krauchenwies, Inzigkofen, Stetten am kalten Markt, Schwenningen, Beuron und Scheer – wollen dem Zweckverband angehören.

Berater Lothar Zettler vom Planungsbüro Lars Consult in Memmingen hat den Räten die Satzung in öffentlicher Satzung noch einmal vorgestellt und verwies auf die nicht-öffentlichen Sitzungen, in denen sich Bürgermeister und Räte bereits mit dem Vorhaben befasst hatten. Er betonte die Bedeutung dieses interkommunalen Gewerbeparks für die gesamte Region. „Es geht nicht darum, dass Sie bald Gewerbesteuern bekommen, sondern darum, dass Sie die Flächen so vermarkten, dass Ihre Kinder in der Region gute Arbeitsplätze bekommen“, sagte er. Mit dem Gewebegebiet platziere sich die Region im nationalen Wettbewerb. Junge Leute würden meist wegziehen, weil sie in der Region keinen geeigneten Arbeitsplatz finden. Zettler empfahl, die Flächen nicht zu schnell zu verkaufen, sondern jeden Interessenten genau zu prüfen. Es müssten Firmen sein, bei denen die Zahl der Arbeitsplätze in einem guten Verhältnis zur gekauften Fläche steht. „Verbraten Sie nicht diese 80 Hektar in zehn Jahren. Jeder Verkauf ist eine wichtige Entscheidung für die Region“, appellierte er.

Verband hat keine Mitarbeiter

Der Zweckverband wird die Konversionsfläche der ehemaligen Kaserne von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erwerben und entwickeln. Dafür habe das Land auch Zuschüsse bereitgestellt, die abgerufen werden können, so Zettler. Der Zweckverband werde keine eigenen Mitarbeiter anstellen: Die Geschäfte werden von den Rathäusern der Mitglieder geführt. Es gehe darum, den Bebauungsplan fortzuschreiben, der Regionalverband sei für den Flächennutzungsplan zuständig. Die Erschließung sei zum Teil schon angelegt: Zu den großen freien Flächen führen bereits Straßen, sodass ein Unternehmer, der eine größere Fläche kauft, sie als Zufahrt für die Baustelle nutzen kann.

Die Stadt Scheer hat fünf Stimmen im Zweckverband. Sie hat fünf Prozent der Anteile. Zettler erklärte, es gebe drei Möglichkeiten, Erträge zu generieren: Zum einen werden Flächen an Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen, verkauft. Es gibt bereits Unternehmen auf dem Gelände, die höchstwahrscheinlich die Gebäude und Flächen, die sie angemietet haben, kaufen werden. Schließlich wird Gewerbesteuer generiert, relativ schnell sogar, weil bereits Firmen vor Ort sind. Die Erträge werden auf die Mitglieder ihren Anteilen entsprechend umgelegt. „Es ist eine sehr gute Ausgangslage für den Zweckverband“, stellte Zettler fest. Der Zweckverband werde wahrscheinlich nie aufgelöst, selbst wenn die große Konversionsfläche komplett vermarktet ist. Dann könne sich der Zweckverband nach neuen Flächen umschauen, um sie zu vermarkten.

Bald werden alle neun Gemeinden dem Beitritt zugestimmt haben, sodass die Bürgermeister bei einem Festakt die Satzung unterschreiben und damit den Zweckverband gründen können. Das Landratsamt werde die Satzung noch rechtlich prüfen. Nach der Auslegung in den Gemeinden werde die konstituierende Sitzung stattfinden und die Vorstandschaft gewählt. Dies könne schon im April stattfinden, so Zettler.

Rat Ewald Braig sagte: „In der Präambel der Satzung steht, dass das Ziel die Stärkung der Wirtschaft und Stabilisierung der Einwohnerzahl ist. Wir hoffen, dass dies eintritt. Es ist der Grund, warum wir dem Beitritt zustimmen.“

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