Orgelmusik soll Zugang zu Gott eröffnen

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 Kirchenchor und Organistin versammeln sich um die neue Kirchenorgel.
Kirchenchor und Organistin versammeln sich um die neue Kirchenorgel. (Foto: Fotos: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

In einem Festgottesdienst am Sonntagmorgen hat Weihbischof Johannes Kreidler die neue Kirchenorgel geweiht. Freude und Traurigkeit, Lob und Klage, all das könne die Orgel mit ihren Klängen ausdrücken, sagte der Geistliche.

Feierlich zog Weihbischof Johannes Kreidler mit Pfarrer Pontian Wasswa, weiteren Geistlichen und einer großen Anzahl an Ministranten in die voll besetzte Kirche ein. Bevor Kreidler die neue Orgel weihte, folgte das „Ansingen der Orgel“, wie er sich ausdrückte – mit ausgebreiteten Armen sprach und sang der Geistliche die Orgel direkt an. „Orgel, du gottgeweihtes Instrument“, sang er. „Künden sollst du die Barmherzigkeit, Liebe und Gerechtigkeit Gottes. Reden sollst du vom Frieden und Einheit aller Christen“, so der Weihbischof.

In seiner Predigt nach der Weihe stellte Kreidler fest, dass die am Orgelprojekt Beteiligten einen langen Atem gebraucht hätten. Er sprach über die Bedeutung der Orgel in der Liturgie. „Musik und Gesang sind mehr als eine Zierde des Gottesdienstes“, sagte er. „Die Orgel wird zurecht als Königin der Instrumente bezeichnet“, stellte er weiter fest. Mit ihr könne man Gefühle wie Freude und Traurigkeit, Lob und Klage zum Schwingen bringen. Musik könne einen Zugang zu Gott eröffnen, den das gesprochene Wort allein nie schaffen könne. Auch auf Gemeinsamkeit wirkt sich Musik aus: „Ja, durch Musik kann aus Einzelnen eine Gemeinschaft werden, ein Ganzes“, so Kreidler. „Das Ohr ist auch das Tor zur Seele“, fügte er hinzu.

Bereicherung für ganze Stadt

1935 sei in Folge eines Erdbebens in Scheer die Decke des Mittelschiffs der Kirche eingestürzt, sagte Eugen Pröbstle, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats. „Ein grauenhafter Anblick, so berichtet die Ortschronik.“ Alles sei in eine Staubwolke gehüllt gewesen. Besonders schwer getroffen habe es die Orgel. Wenige Tage später sei Bischof Sproll eingetroffen und habe finanzielle Hilfe versprochen. Heute dagegen feiere man einen Festtag, bemerkte Pröbstle. Ein Fest, das nicht jede Generation miterleben könne. Pröbstle bezeichnete die von Tilmann Trefz erbaute Orgel als Meisterwerk. „Nicht nur für unsere Kirchengemeinde, für die ganze Stadt ist sie eine großartige Bereicherung“, meinte Pröbstle. Er hoffe, dass der renovierte Blasebalg der Orgel auch für frischen Wind für Reformen in der Kirche bringe, ergänzte er hintergründig.

Organistin Selina Maier saß an der neuen Orgel. Der Kirchenchor Scheer unter der Leitung von Hans-Peter Hirthammer begleitete den Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst schloss sich ein Stehempfang an.

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