Neue Mitte: Architekt plant in zwei Richtungen

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Das Götz-Areal in Scheer wird gerade überplant.
Das Götz-Areal in Scheer wird gerade überplant. (Foto: jek)
Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Die Planungen für die neue Sporthalle und den ehemaligen herrschaftlichen Fruchtkasten auf dem Götz-Areal in Scheer werden vorangetrieben. Der Gemeinderat hat Architekt Patrick Dorn in jüngster Sitzung beauftragt, die Planung weiter zu entwickeln, damit ein Baugesuch erstellt werden kann. Bürgermeister Lothar Fischer erklärte den Gemeinderäten, dass der Antrag auf Bundeszuschüsse wegen mangelnder Planungstiefe abgelehnt worden ist. „Andere Projekte konnten schon detailliertere Pläne vorlegen. Also planen wir weiter und beantragen im Herbst nochmal die Zuschüsse“, sagte er. Dieser Logik folgte das Gremium. Im kommenden Jahr werden 230 000 Euro für die Planung in den Haushalt eingestellt.

Architekt Dorn war in die Sitzung gekommen und trug den Stand der Planung vor. Zwischen Fruchtkasten und Sporthalle soll ein Foyer gebaut werden, das beide Gebäude erschließt. Attraktiv werde eine Dachterrasse, mit Blick über die Donau. Er zeigte nochmal die Pläne für den Versammlungsraum im Fruchtkasten und die Sporthalle. „Doch was ist, wenn die Zuschüsse in der nächsten Zeit nicht bewilligt werden?“, fragte er. Dafür präsentierte er einen Plan, der als zweite kleinere Variante gelten kann.

Foyer in beiden Varianten

Diesem Plan entsprechend wird die Sporthalle zur Mehrzweckhalle. Das Foyer bleibt als Erschließung dieser Halle. Darin werden auch Küche und andere Nebenräume untergebracht, erklärte Architekt Dorn. Die Verbindung zum Fruchtkasten wird nur so weit ausgebaut, wie es notwendig ist. So bleibt die Option, den Fruchtkasten zu einem späteren Zeitpunkt auszubauen, erhalten. Das Foyer sei der Schlüssel dazu, betonte Dorn. „Und wenn es nur ein Museum gibt, der den Fruchtkasten als Raum erfahrbar macht“, sagte er.

Bürgermeister Fischer erklärte, Ziel sei nun die Planung voranzutreiben, damit die Förderanträge eine bessere Chance auf Bewilligung haben. Das große Projekt „Neue Mitte“ brauche sechs Millionen Euro Zuschüsse und 3,5 Millionen Euro Eigenanteil. Wichtig sei nun, einen Plan b zu haben, falls die Zuschüsse für die große Lösung nicht ausreichen.

Rat Ewald Braig ärgerte sich, dass es keine Zuschüsse gibt. Bürgermeister Fischer konterte: „Wir haben bereits 1,2 Millionen Zuschüsse zugesagt bekommen. Das Glas ist halt noch nicht voll genug.“ Der Gemeinderat war sich einig, dass die Planung weitergehen soll und parallel eine kleine Lösung so entwickelt werden sollte, dass sie in Zukunft ausbaubar bleibt. Rat Braig bedauerte, dass in Anbetracht der finanziellen Situation die alte Mehrzweckhalle noch ein paar Jahre ihren Zweck erfüllen muss. In dieser Woche sind Vertreter des Wirtschaftsministeriums des Landes sowie des Regierungspräsidiums in Scheer gewesen. Laut Bürgermeister Fischer sei das Gespräch sehr konstruktiv verlaufen. Er strebe nun an, dem Architekten den Auftrag zu geben, die Pläne so auszuarbeiten, dass mit ihnen ein Baugesuch eingereicht werden könne. Auch die neue für Scheer zuständige Denkmalschutzreferentin sei zu Besuch gewesen, so Fischer. „Sie hat großes Interesse daran gezeigt, sich den Fruchtkasten schon bald genauer anzusehen, um im Bilde zu sein, wenn sie nach ihrer Meinung gefragt wird.“

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