Liane Hildebrandt ist neue erste Stellvertreterin des Bürgermeisters

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So sieht der neue Gemeinderat der Stadt Scheer aus. Die Räte sind in der vergangenen Sitzung verpflichtet worden.
So sieht der neue Gemeinderat der Stadt Scheer aus. Die Räte sind in der vergangenen Sitzung verpflichtet worden. (Foto: Stadt Scheer)
Vera Romeu

In der konstituierenden Sitzung hat Bürgermeister Lothar Fischer den neugewählten Gemeinderat der Stadt Scheer verpflichtet. Das Gremium wählte in geheimer Wahl die stellvertretenden Bürgermeister: Liane Hildebrandt ist erste Stellvertreterin des Bürgermeisters, Christian Baumgart zweiter und Ursula Herla dritte Stellvertreterin. Rat Christoph Auer und bisheriger Stellvertreter des Bürgermeisters konnte sich bei den zwei ersten Wahlgängen nicht durchsetzen. Er trat beim dritten nicht mehr an.

Bürgermeister Fischer führte die Verpflichtung der Räte mit der Erklärung ein, dass traditionell in der Stadt Scheer der dienstälteste Rat stellvertretend für alle Mitglieder des Gemeinderats die Verpflichtungsformel nachspreche. So rief er Rat Auer zu sich nach vorn und ließ ihn die Verpflichtungsformel nachsprechen. Anschließend nahm Fischer den Räten die Verpflichtung per Handschlag ab. Zusätzlich setzte jeder seine Unterschrift unter der Formel. Die Räte gelobten der Verfassung Treue, den Gesetzen Gehorsam und die gewissenhaften Erfüllung der Pflichten als Mitglied des Gemeinderats. Insbesondere gelobten sie, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das der Einwohner nach Kräften zu fördern.

In einem weiteren Schritt galt es, die Stellvertreter des Bürgermeisters zu wählen. Bürgermeister Fischer nutzte sein Stimmrecht, um eine geheime Wahl zu fordern. „So wird vermieden, dass Loyalitäten greifen. Die Gemeinderäte sind freier in ihrer Wahl“, erklärte er gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“. Nach einer kurzen Debatte wurde einstimmig beschlossen, dass es weiterhin drei Stellvertreter geben sollte.

Geheime Wahl

Rat Auer hielt eine kurze Grundsatzrede: Er sehe in der Funktion des ersten Stellvertreters einen Januskopf. Der Posten sei von zwiegespaltener Art: Zum einen gebe es die Prestige- und Ansehensseite, zum anderen aber die verantwortungsvolle Vertretungspflicht. Bürgermeister Fischer könne für einen Notfalleinsatz schnell mal eine halbe Stunde den Sitzungssaal verlassen müssen krankheitsbedingt über einen längeren Zeitraum ausfallen. Hier müsse dann das Amt vom Stellvertreter übernommen werden, was auch für die Urlaubszeit gelte. Aus seiner Sicht sollten demnach nicht den Stimmenkönigen das Vertreteramt zugewiesen werden, sondern Personen, die in der Gesamtschau beruflich und privat über Wochen dazu in der Lage wären. Die Konstellation der vergangenen Vertretungsperiode mit Rat Ewald Braig als Mann aus der Verwaltung und Pensionär, Liane Hildebrandt aus Heudorf und Auer selbst sei eine optimale Konstellation gewesen. Rat Auer stellte sich für das Amt des ersten Bürgermeisterstellvertreters zur Verfügung und schlug zudem vor, dass er gerne Rätin Ursula Herla in Vertretungsfunktion hätte, da sie als Landesbeamtin für die Stellvertreterfunktion durch ihren Arbeitgeber freizustellen wäre und Rätin Liane Hildebrandt solle das Team vervollständigen.

Es folgte eine Debatte und es kam ganz anders: Liane Hildebrandt wurde als erste Stellvertreterin vorgeschlagen, unter anderem weil sie in Heudorf und in Scheer gleich viel Stimmen erhalten habe, und sich daraus laut einigen Räten der Wille des Wählers manifestiere. Rat Auer kandidierte gegen sie und unterlag: Er bekam zwei Stimmen und Hildebrandt bekam 13.

Im zweiten Wahlgang kandidierten Christian Baumgärtner und Christoph Auer gegeneinander: Es brauchte zwei geheime Wahlgänge, weil keiner im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte. Baumgärtner setzte sich mit acht gegen sieben Stimmen knapp durch.

Im dritten Wahlgang wurde Ursula Herla vorgeschlagen. Rat Auer zog seine Kandidatur zurück: Rätin Herla sei ihm als Verwaltungsfachfrau überlegen, deshalb trete er diesen Wahlgang nicht gegen sie an, erklärte er. Sie wurde mit 13 Stimmen gewählt.

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