Kinder werden zu Trickfilm-Machern

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Christoph Klawitter

Grundschüler der Gräfin-Monika-Schule Scheer haben während der Nachmittagsbetreuung Trickfilme erstellt. Am Sonntagnachmittag im Tonstudio Faust von Hans Joachim Irmler schauten die Kinder ihr Werk an.

Bilder malen, diese abfotografieren, Tiergeräusche nachahmen und diese aufnehmen, und dann aus allem mit Hintergrundmusik einen Trickfilm erstellen: Das war, grob zusammengefasst, der Arbeitsablauf. Künstlerin Monika Nuber und Hermine Droxner von der Schüler-Nachmittagsbetreuung engagierten sich für das Projekt und leiteten die Schüler an, unterstützt von Hans Joachim Irmler, Inhaber des Tonstudios. „Es hat viel Spaß gemacht“, blickte Hans Joachim Irmler auf das Projekt zurück und meinte damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Schüler. „Sie haben begeistert das Gelände verlassen“, erinnerte er sich an die verschiedenen Workshops. „Es war eine schöne Zeit.“

Für den Ton des Films hatten die Kinder Geräusche von Tieren nachgeahmt – beispielsweise heulten sie wie Wölfe –, oder sie produzierten sonstige Geräusche: Beispielsweise mitten in der Stille ein Holzstück knacken lassen. Bürgermeister Lothar Fischer und Schulleiter Alexander Speh hatten dem Vernehmen nach im Vorfeld angeregt, ein solches Projekt mit dem Tonstudio zu machen. Monika Nuber lobte das künstlerische Talent der jungen Trickfilm-Macher. „Ihr könnt alle gut zeichnen“, sagte sie zu ihnen. Auch Hans Joachim Irmler lobte den Einfallsreichtum der Kinder. „Von ganz natürlich bis ganz bizarr ist alles drin“, bemerkte er mit Blick auf die von den Kindern geschaffenen Figuren.

Drei Filme gedreht

Drei Filme gab es zu sehen: Einmal das Märchen Hänsel und Gretel, dann einen Film mit Tierfiguren und schließlich ein „Making-of“, also ein Film darüber, wie die anderen Filme hergestellt worden waren. Als Hintergrundmusik diente entweder der Gesang der Kinder oder Musik von Irmlers Krautrock-Orgel. Mit viel Freude schauten die jungen Künstler die jeweils nur wenige Minuten langen Filme an. An der ein oder anderen Stelle ertönte lautes Kinderlachen im Filmstudio.

Die Künstlerin Monika Nuber kommt aus Langenenslingen, wohnt in Stuttgart und arbeitet auch als Videokünstlerin. Sie kann von Unterschieden zwischen Großstadtkindern und Kindern aus dem ländlichen Raum berichten: „Viele reden über Traktoren, oder über die Natur“, sagte sie über die Kinder aus Scheer und Heudorf. Im Gegensatz zu den Stadtkindern würden die Kinder hierzulande über die Natur wie etwas Selbstverständliches sprechen. „Jeder kann hier ein Tier zeichnen“, ist ihr ein weiterer Unterschied aufgefallen. „In der Stadt zeichnen sie eher Pokémon oder Comicfiguren.“

Bei der Vorstellung der Trickfilme waren auch die Eltern der etwa 15 am Projekt teilnehmenden Kinder aus den Klassenstufen eins bis vier anwesend. „Ich find’s gut“, lobte Kristian Markert, dessen Sohn mit dabei war, das Projekt. Jens Krüger, dessen Sohn ebenfalls dabei war, ergänzte, dass die Kinder damit einen Einblick bekommen hätten, wie aufwendig es ist, selbst einen Trickfilm in allen Herstellungsstufen zu produzieren.

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