Gregor Simon zeigt Klangfarben der neuen Orgel

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 Gregor Simon spielt die neue Orgel in Scheer. Manuel Hauff hilft beim Ziehen der Register.
Gregor Simon spielt die neue Orgel in Scheer. Manuel Hauff hilft beim Ziehen der Register. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Das Orgelkonzert von Gregor Simon, Betreuer der Holzhey-Orgel in Obermarchtal, hat am Sonntag die vielen Klangfarben der neuen Orgel in der Kirche St. Nikolaus in Scheer gezeigt. Eugen Pröbstle, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, dankte dem Organisten und erinnerte an den Besuch des Gremiums vor drei Jahren in Obermarchtal. Damals hatte Simon die Klangschönheit der historischen Orgel vorgeführt und alle begeistert. „Sie sind schuld, dass wir jetzt so ein kostbares Instrument in unserer Kirche haben“, rief Pröbstle dem Organisten zu. „Unser Traum ist in Erfüllung gegangen.“ Mit dem Konzert hat der Organist auch ein Versprechen eingelöst: Er hatte damals zugesagt, dass er eins der ersten Konzert spielen werde.

Das Konzert war so gestaltet, dass es die viele Möglichkeiten und Klangfarben der Orgel vorstellte. Organist Simon führte in das Konzert ein und erklärte, welche Register bei den jeweiligen Werken tonangebend sein werden. Auf seinem Programm standen Werke aus drei Jahrhunderten: Barock, Romantik und zeitgenössische Musik. Das Konzert war kontrastreich, bewegt und effektvoll. Manuel Hauff wirkte als Registrant mit.

Drei Stücke aus der Barockzeit

Aus der Barockzeit hatte Organist Simon drei Stücke gewählt, die sehr unterschiedlich waren. Mit Trompeten am Manual und am Pedal betonte er die Festlichkeit des „Präludiums und Fuge C-Dur“ von Georg Böhm. Ruhig und zurückgenommen gestaltete er das Choralvorspiel „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, hellte es mit Flöten auf und legte Zuversicht in die singende Stimme. Sehr transparent erklang die „Fuge C-Moll“ von Johann Sebastian Bach mit dem schönen Thema. Nach und nach setzten die Stimmen ein und fanden am Ende in einem barocken Schnörkel zusammen.

Aus dem 19. Jahrhundert hat Simon zwei wunderbare Werke von Franz Liszt gespielt. Das „Ora pro nobis“ war in warmen Klangfarben gehüllt und andachtsvoll. Das „Angelus“ wird von Glockenklängen geprägt; Simon registrierte kontrastreich. Eine tiefe Frömmigkeit spiegelte sich in diesen Werken.

Der dritte Teil war dem 20. Jahrhundert gewidmet. Der Auftakt bildete ein effektvoller und monumentaler „Maestoso“ von Hermann Schroeder im neo-barocken Stil. Interessant und temperamentvoll fiel die klangreiche „Toccata“ aus und zeigte das schöne Potential der neuen Orgel. Simon spielte eine eigene Komposition, „Toccata Exodus“, die eine ganz neue Klangwelt in die Kirche brachte. Schwere dunkle Schritte, vorwärts treibend, leicht jazzig und rhythmisch lebendig. Simon hatte in der Einführung das Stück beschrieben: Ein Suchender ist auf seinem Gang durch die Wüste, trifft auf einen Schrecken, der ihm einen Schrei entreißt. Die Wanderung führt ihn weiter, bis er im Pianissimo aus den Augen des Betrachters entschwindet.

Mit dem Werk „Sortie“ des Tübinger Komponisten Jan Janca – ein strahlender feierlicher Schlussakkord mit jubelnder Stimme – endete das Konzert. Es gab viel Applaus.

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