Eckhard Froeschlin lässt sich über die Schulter schauen

Lesedauer: 4 Min
 Eckhard Froeschlin zeigt die Pacific Coast als Radierung samt Druckvorlage in seinem Atelier in Scheer.
Eckhard Froeschlin zeigt die Pacific Coast als Radierung samt Druckvorlage in seinem Atelier in Scheer. (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Der Künstler Eckhard Froeschlin öffnet am Samstag, 9. November, und Sonntag, 10. November, jeweils von 11 bis 17 Uhr, sein Atelier in der Alten Papierfabrik in Scheer. Es ist das fünfte Wochenende der offenen Ateliertür. Gezeigt werden neben seinem Arbeitsort auch neue Radierungen als Jahresgaben, Pastellmalereien und Künstlerbücher.

Noch ist Eckhard Froeschlin dabei, das Atelier vorzubereiten. Sieben Jahresgaben werden am Wochenende ausgestellt und zum Vorzugspreis angeboten. Seine Schwerpunkte sind zum einen das Thema Reisen, zum anderen die Fertigung von hochwertigen Künstlerbüchern. Für diese wiederum findet er vor allem in Übersee Abnehmer. So kommt das Nützliche in Form von Verkaufsreisen, mit dem Schönen, dem Finden neuer Motive, zusammen. Eine der Jahresgaben ist die Radierung „Pacific Coast“, „Burgund“ nennt Froeschlin eine Landschaft, die er „gerade frisch gedruckt“ als Farbradierung von zwei Platten auf Bütten in blass- bis ockergelb und dunkelgrün übertragen hat. Mit seiner Radierung „Quelle/Blautopf“ verbindet er die Quellen der Welt mit dem nahen Blautopf.

Mehrere Künstlerbücher, die im Laufe der Jahre entstanden sind, können an diesem Wochenende angeschaut werden. Auch sein neuestes: „Die Sorge des Hausvaters“ von Franz Kafka. Schon lange, so Froeschlin, beschäftige er sich mit dieser kurzen Erzählung: „Odradek ist nicht fassbar, nicht greifbar, nicht beschreibbar und doch hat Kafka darüber geschrieben“. Froeschlin druckte den Text engspaltig auf dünnem Japanpapier und entschied sich für eine japanische Bindung. Für ihn ist diese Art der Realisierung ein Novum. So geht jetzt das „Un-Wesen“ Odradek über die gefalteten Seiten. Der Betrachter kann ihn nur partiell sehen und keiner Form zuordnen. Davon, dass die Umsetzung dennoch funktioniert, kann der Leser und Betrachter sich selbst überzeugen.

Bild von „nicht Illustrierbarem“

„Es reizt mich, etwas nicht Illustrierbares ins Bild zu bringen“, sagt Froeschlin. Insgesamt 38 Exemplare wird es geben, acht Bestellungen konnte er auf seiner letzten Amerikatour bereits ins Auftragsbuch schreiben. Auf Anfrage wird Froeschlin an diesem Wochenende seine Schubladen zur Betrachtung weiterer Künstlerbücher öffnen. Neue Pastellmalereien in meist kräftigen Farben, ein weiteres Thema für Froeschlin, runden die Atelier-Schau ab.

Die Besucher können an diesem Tag aber ebenso die früher geschaffenen Portraits, wie Friedrich Hölderlin oder Reinhold Frank, sehen. Und wie jedes Jahr liegt der neue Graphik-Kalender aus seinem Projekt „Druckwerkstatt Matagalpa“ mit dem Titel „La libertad – die Freiheit“ zur Ansicht bereit. Als Special Guest ist der Gastkünstler der Ateliers des Alten Schlachthofs in Sigmaringen, Pablo Pupiro aus Matalgalpa, mit dabei und präsentiert Grafiken sowie selbst gedruckte Texte auf Spanisch und Deutsch.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen