Das Glück zieht mit ins Familienzentrum Scheer ein

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 Architekt Patrick Dorn, Leiterin Simone Doser und Bürgermeister Lothar Fischer schneiden das Band durch und geben offiziell die
Architekt Patrick Dorn, Leiterin Simone Doser und Bürgermeister Lothar Fischer schneiden das Band durch und geben offiziell die neuen Räume zur Besichtigung frei. (Foto: vr)
Vera Romeu

Es waren gleich drei gute Gründe zu feiern: die offizielle Wiedereröffnung der bestehenden sanierten Kinderkrippe, die Einweihung der neugebauten zweiten Kinderkrippe und die neue Nennung als „Familienzentrum“ des bisherigen Kinderhaus Sonnenschein.

Leiterin Simone Doser und ihr ganzes Team freuten sich über die vielen Gäste beim Festakt. Pfarrerin Heidrun Stocker und Pfarrer Pontian Wasswa segneten die Einrichtung. Bürgermeister Lothar Fischer, Architekt Patrick Dorn und Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen Renate Fischer-Kuhn waren voll des Lobes. Bürgermeister Fischer lobte vor allem das Team: „Sie haben drei Jahre lang durchgehalten und die fehlenden Räumlichkeiten durch Engagement und Einsatz ausgeglichen. So gut, dass die Eltern zufrieden waren.“

Architekt Dorn blickte auf die ereignisreiche Bauzeit zurück. Kurz nachdem die erste Kinderkrippe fertiggebaut worden war, musste sie wegen eines massiven Wasserschadens wieder geschlossen werden. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen und die Regulierung des Schadens haben viel Zeit in Anspruch genommen. Für die Kinderkrippe musste innerhalb des Hauses Platz gemacht werden. Alle Gruppen rückten zusammen, um dies zu ermöglichen.

Der Wasserschaden hatte zum Verschimmeln der Wände geführt. Ein Gutachten machte deutlich: Das Gebäude ist nicht mehr zu retten. Parallel war der Bedarf an Krippenplätzen gestiegen. So stand für die Gemeinde als Träger der Einrichtung nicht nur eine aufwendige Sanierung sondern auch ein Neubau an. Die Idee, die Kinderkrippe aus Kostengründen in vorgefertigten Containern unterzubringen, wurde verworfen, nachdem Container besichtigt worden waren. „Zum Glück. Das hätte zu Scheer nicht gepasst“, sagte Leiterin Doser.

Es musste parallel gebaut werden

Die Sanierung auf der einen Seite und der Neubau auf der anderen mussten nun parallel verlaufen. Architekt Dorn lobte das Kindergartenteam, die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, sowie den Bürgermeister und den Bauhof, die alle miteinander in einer Aktion den Abbruch der Kinderkrippe bewerkstelligt haben. „Mitten im Eifer der Sanierung kam auch noch ein Brand dazwischen“, erinnerte Architekt Dorn. Dennoch schafften die Handwerker den Neubau in sechs Monaten. „Das war sportlich“, lobte Dorn. Auch lobte er die Kostentreue der Firmen. Dorn hatte ein Geschenk für das Kinderhaus-Team mit dabei: „Zu diesem Anlass schenken wir Ihnen keinen symbolischen Schlüssel, sondern ein Hufeisen, damit das Glück nun endlich einzieht“, sagte er mit Humor.

Aus dem Landratsamt war zu diesem feierlichen Anlass auch die Fachbereichsleiterin der Kindertagesstätten, Renate Fischer-Kuhn, gekommen. „Sie haben alle Unwägbarkeiten bestens gemeistert. Trotz Einschränkungen haben Sie hervorragende Arbeit zum Wohle der Kinder und der Familien geleistet“, lobte sie das Team. Sie begründete die Umbenennung auf „Familienzentrum“. Über Jahre sei das Team am Puls der Zeit geblieben und habe sich weiterentwickelt. „Scheer war immer sehr modern. Neben dem gesetzlichen Auftrag der Erziehung, Bildung, Betreuung der Kinder hat das Team immer geschaut, wie es die Familien unterstützen kann“, erklärte sie. Alle Sorgen und Nöte konnten im Kinderhaus vorgebracht werden. „Das ist eine besondere Haltung: Chapeau“, sagte sie. Das Familienzentrum setze auf Begegnung, Beratung und Begleitung der Familien. Eltern-Kaffee, Väter-Treff, Organisation der externen Hilfen und Sprachkurse sind beispielhafte Angebote. Dafür wurde im Kinderhaus ein schöner Besprechungsraum geschaffen, der so eingerichtet ist, dass sich die Familien wohl fühlen und Beratungsgespräche in guter Atmosphäre stattfinden. „Damit sind Sie vielen Kindergärten voraus. Sie schaffen ein lebendiges Haus für Familien. Das ist großartig“, lobte Fischer-Kuhn.

Leiterin Simone Doser drückte ihre Freude aus: „Nach 39,5 Wochen, die spannend für die Kinder, die Familien und die Verwaltung waren, gehen wir jetzt in eine neue Phase“, freute sie sich und dankte allen, die dazu beigetragen haben.

Pfarrerin Heidrun Stocker und Pfarrer Pontian Wasswa beteten und segneten gemeinsam die Räume mit Weihwasser. Anschließend durchschnitten Bürgermeister Fischer, Leiterin Simone Doser und Architekt Dorn das Band und gaben die Räume der Kinderkrippe zur Besichtigung frei. Viel Begeisterung war von den Besucherinnen und Besuchern zu hören. Es schloss sich ein Nachmittag mit vielen unterhaltsamen Angeboten für die Familien an.

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