Bilder aus 30 Alben zeigen den Wandel im Dorf

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 Interessiert schauen sich die Besucher die Fotos der Ausstellung im Rarhaus an.
Interessiert schauen sich die Besucher die Fotos der Ausstellung im Rarhaus an. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Einen Eindruck vom Dorfleben der vergangenen Jahrzehnte vermittelt die Fotoausstellung anlässlich des Heudorfer Heimatfests im Rathaus in Heudorf. Sie zeigt, wie vielfältig sich der Heimat- und Narrenverein für den kleinen Ort engagiert und auch, wie sich das Leben im Dorf im Lauf der Jahre verändert hat.

Berta Zimmerer, Christine Löw, Hans Röck, Herbert Ludy und Hans Stumpp haben sich viel Arbeit gemacht und die Ausstellung konzipiert. Hans Stumpp kann gar nicht mehr genau sagen, aus wie vielen Fotoalben sich das Ausstellungsteam bediente: „Mindestens 30 Alben waren es sicher“, schätzte er. Das Team musste aus dem großen Fundus an Bildern auswählen. „Das ist nur ein kleiner Auszug“, bemerkte Stumpp mit Blick auf die Fotos, die es dann in die Ausstellung geschafft haben. Etwa ein halbes Jahr dauerten die Arbeiten an der Ausstellung laut Stumpp.

Auch für die anderen Heudorfer Vereine ist der Heimat- und Narrenverein wichtig. „Er war eigentlich immer der tragende Verein“, sagte Stumpp. Der Heimatverein unterstütze die anderen Heudorfer Vereine, beispielsweise auch in Form von finanziellen Spenden. Auf Wänden sind Bilder früherer Heimatfeste zu sehen. Mit dabei ist auch ein Bild von Margit Sponheimer, Stargast des ersten Heimatfests im Jahr 1971: Sie bescherte dem Verein gleich beim allerersten Heimatfest ein volles Haus und eine gut gefüllte Kasse.

Auf Heudorfer Gemarkung gibt es zahlreiche Kleindenkmäler, beispielsweise Feldkreuze. „Wir haben 32 Kleindenkmäler“, berichtete Hans Röck. Er erfasste vor einigen Jahren alle Denkmäler auf Heudorfer Gemarkung. In der Ausstellung kann man sich über die vielen Kleindenkmäler informieren, die von Röck ausgefüllten Erfassungsbögen hängen an einer Stellwand. Es liegt auch eine Flurkarte von Heudorf aus, die fast 90 Jahre lang benutzt wurde. Auch andere Bereiche des gesellschaftlichen Dorflebens sind in Bildern präsent: Sportverein, Feuerwehr, Fotos von Heudorfer Pfarrern und Bürgermeistern, Kindergarten, Schule und natürlich die Fasnet. Apropos Schule: Das Rathaus war früher das Schulhaus. Hans Stumpp und Hans Röck gingen selbst auf die damalige Volksschule in Heudorf. „Ein Lehrer hat 80 Schüler gehabt“, erinnern sich die beiden. Die Klassenstufen eins bis acht waren demnach zumindest zeitweilig in einer Großklasse zusammengefasst. Das wäre heute undenkbar.

Erinnerung an Gemeindereform

Die Ausstellung schaute sich auch der ehemalige Heudorfer und Scheerer Bürgermeister Rolf Keller an. Im Gespräch mit Hans Röck erinnerte sich Keller an die Phase der Eingemeindung Heudorfs. Damals war es umstritten, ob Heudorf sich Scheer oder Mengen anschließen soll. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten Scheers.

Ob die Fotoausstellung auch nach dem Heimatfest noch einmal geöffnet wird, war am Samstagnachmittag noch unklar. „Wenn es angenommen wird von den Leuten, ist es durchaus denkbar, dass wir noch einmal öffnen“, sagte Hans Stumpp.

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