Besucher singen vergnügt mit

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Die Gäste in der Stadthalle Scheer folgen nur zu gerne der Aufforderung zum Mitsingen.
Die Gäste in der Stadthalle Scheer folgen nur zu gerne der Aufforderung zum Mitsingen. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Der Liederkranz Scheer hat einen abwechslungsreichen „schwäbischen Sonndig“ geboten. Es kamen viele Gäste, was die Vorsitzende Anzolina Pantazis-Bär bei dem schönen Herbstwetter sehr freute. Es sangen der Liederkranz, der Männergesangsverein Rulfingen, es wurde mit dem Publikum gesungen und es traten schwäbische Unterhalter auf. Es war rundum gelungen, es gab viel Applaus. Man spürte, dass in der Halle eine entspannte, vergnügte Stimmung herrschte. Die Leute an den Tischen hatten Lust auf Gespräche, Musik, Kaffee und Kuchen.

Mit „Hei, grüß di Gott Ländle“ machte der Liederkranz einen fröhlichen und herzlichen Auftakt und eine klare Ansage: Schwäbisch sollte es bei diesem Nachmittag zugehen. Doch war auch an die Nicht-Schwaben gedacht, sie bekamen Programm und Texte auf die Leinwand geboten.

Zu Beginn freute sich die Vorsitzende Anzolina Pantazis-Bär ganz besonders, schwäbisch schwätzen zu dürfen, gerade sie als Reingeschmeckte mit Migrationshintergrund, sagte sie humorvoll. Schwäbisch klingt von Ort zu Ort, von Region zu Region ein bisschen anders, und doch verbindet es. Die Idee für diesen Nachmittag sei in lockerer Runde entstanden. Der Liederkranz werde mehrstimmige schwäbische Lieder singen, kündigte sie an. „Wir wollen aber auch mit euch singen. Die Texte laufen über die Leinwand, weil der Schwabe meistens nur die erste Strophe kennt“, sagte sie. Sie warb für das Singen im Chor: Es sei toll, tue gut, senke den Blutdruck, halte jung, trainiere das Gedächtnis.

Gemeinsam singen

Der Rulfinger Männerchor hatte einen sehr guten Auftritt unter der Leitung von Klaus Bohner. Der Scheerer Chorleiter Michael Stecher singt in diesem Chor, was die Verbundenheit zu Scheer betonte. Mit dem Lied „Der Schwabe trinkt seien Schoppen Most wie andere den Wein“ kam eine heitere Stimmung in die Halle. Jubelnden Applaus gab es für den wortlosen anspruchsvollen „Zottelmarsch“. Die Volkslieder und die Hymnen kamen gut an. Es war ein gelungener Auftritt. Hans-Peter Hirthammer begleitete das mehrfache gemeinsame Singen mit dem Akkordeon. Das große Publikum genoss es, zusammen die bekannten Lieder zu singen.

Mehrere Alleinunterhalter lasen ihre schwäbischen Texte. S’Amale, eigentlich Eleonore Weiß, die Putzfrau der Kirchengemeinde, schwätzte gerade heraus über ihre Arbeit. Die Themen waren total lokal und sie nutzte die Gelegenheit, den Stadträten, dem Bürgermeister und dem Pfarrer die Leviten zu lesen. Das kam sehr gut an und die Leute lachten herzlich. Eugen Pröbstle im weißen Hemd, mit Strohhut auf dem Kopf, gab dem schwäbischen Dichter Michel Buck seine kraftvolle Stimme und las Texte von vor 150 Jahren, die immer noch erfreuen: D’Bruck von Daugendorf, dr Goischt vom Schloss, und schließlich das beliebte Gedicht über die Zeit. Anita Gulde aus Dürmentingen zeigte unterhaltsam auf, welche Tücken es im Schwäbischen gibt und wie die Schwaben miteinander umgehen. Claus Müller im Trachtenjanker, gebürtiger Scheerer, unterhielt sein Publikum mit deftigen Geschichten.

Der Liederkranz hat von den Bürgern aus Scheer und umliegenden Gemeinden einen großen Zuspruch erhalten. Das motiviert die Sänger unter der Leitung von Michael Stecher weiterzumachen, sich regelmäßig zur Probe zu treffen und Großveranstaltungen zu machen. Klug war der Titel und die Programmgestaltung: Sie waren originell und mal etwas anderes, wie es bei den Besuchern an den Tischen hieß.

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