Musical erzählt einfühlsam von Weihnachten

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Die Schauspieler und Sänger zeigen in der Kirche St. Ulrich eine reife Leistung.
Die Schauspieler und Sänger zeigen in der Kirche St. Ulrich eine reife Leistung. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Den „Frieden auf Erden“ haben die Dorfspatzen, der Jugendchor, die Sänger des Projektchors und die Musiker der Projektband mit ihrer Aufführung eines Musicals an Heilig Abend allen Menschen gewünscht. Unter der Leitung von Martina Stark erzählten sie die Geschichte der Geburt Christi auf sehr eindrucksvolle und ergreifende Weise in der Kirche St. Ulrich in Rulfingen. Der Einladung waren sehr viele Besucher gefolgt, die Kirche war voll. Das Musical war eine wunderbare Einstimmung auf das große Geheimnis der Heiligen Nacht.

Der Kirchenraum war in Dunkelheit getaucht, nur der Chorraum war als Ort des Geschehens hell erleuchtet. Vor dem Altar spielte sich die Geschichte in einfachen aufgestellten Requisiten und Kulissen ab. Der Chor hatte sich daneben aufgestellt. An der Seite saßen die Instrumentalisten. Die rund 50 Sänger und Schauspieler kamen von der Empore herunter: Eine Schar weißer Engel, Hirten mit knorrigen Stöcken, königliche Boten, die heilige Familie. Es war ein leiser Einzug.

Das Musical präsentierte auf ganz unmittelbarer Weise, wie sich das Geschehen damals angefühlt haben könnte. Da kam der junge Schreiner Josef (Theresia Stark-Frick) mal wieder abends bei seiner Braut Maria (Magdalena Stark-Frick) vorbei, brachte den künftigen Schwiegereltern (Fabian Boßlet und Leonie Heilig) eine kleine Kommode, die er geschreinert hatte und verlangte nichts dafür, weil sie ja in der Familie bleibe, sagte er. So deutete er an, dass er die Tochter des Hauses heiraten wolle. Das Wohlwollen wurde ihm von den Eltern entgegengebracht.

Doch dann, als Maria gerade alleine war, kam ein Engel (Elke Herrmann) und brachte ihr eine unglaubliche Botschaft: Sie sei schwanger, Gott sei der Vater des Kindes, das sie in sich trage. In einem Duo erklang die Szene, der Chor sang das Halleluja. Als Maria ihren Eltern berichtete, dass sie schwanger sei und Josef nicht der Vater, erschraken sie, weil Josef nach dem gültigen Gesetz Maria steinigen lassen konnte. Auch konnten die erschütterten Eltern nicht verstehen, wie der braven Maria solch eine Schande hatte passieren können. Josef wandte sich ab. Maria sang ihre Not, der Chor gab ihr Trost und Halt. Josef sollte aber zurückkehren und mit seiner Braut und dem sonderbaren Kind eine Familie bilden, das er mit ganzer Kraft beschützen würde.

Es waren ergreifende Szenen, die die Kinder und Jugendlichen spielten. Maria und Josef waren von der Ankündigung der Herolde (Leona Campregher und Lisa Bleicher) verstört, als sie erfuhren, dass sie nach Bethlehem müssen. Drei Wirte (Martin Wölfle, Jürgen Heinzle und Helmut Kugler) wiesen sie ab. Dann blieb nur noch der Stall übrig.

Kinderchor spielt die Hirten

Die Hirtenschar wurde aus dem Kinderchor gebildet. Sie saßen um das Feuer, klagten ihr Leid und trösteten sich mit dem gemeinsamen Singen des Hirtensongs, den Hirte Andi (Hubert Göhring) selbst komponiert hat mit der Gitarre begleitete. Die Engel erschienen ihnen und brachten die Botschaft: Sie sollten zu dem Kind gehen, in den Stall. Und so kam es, dass die Hirten Maria und Josef zu ihrem Kind gratulierten.

Das Musical war ein richtiges Ereignis: Die vielen Beteiligten boten eine sehr schöne Aufführung und gestalteten die Heilige Nacht eindrucksvoll. Susi Kugler habe die Idee entwickelt, ein Musical zu singen, so wie früher unter der Leitung von Robert Kugler, berichtete Chorleiterin Martina Stark. Dem Aufruf seien viele gefolgt, es seien immer mehr geworden, die mitmachen wollten. In zehn Proben sei die Aufführung gestanden. „Das ging nur, weil alle mitgeholfen haben. Susi Kugler hat auch viel im Hintergrund organisiert“, sagte die Chorleiterin. „Es ist viel Aufwand aber es macht in der Gemeinschaft sehr viel Spaß“, berichtete Martina Stark.

Die Akteure brachten Kostüme und Requisiten selbst mit, das Bühnenbild gestalteten Moni und Manfred Heim. Die Besucher spendeten anschließend: Einen Teil werden die Dorfspatzen und der Jugendchor an „ELHKE“ überreichen, die Elterninitiative Herzkranker Kinder Tübingen überreichen. „Wir werden auch eine kleine Nachfeier machen und den Kindern und Jugendlichen ein kleines Geschenk machen“, kündigte die Chorleiterin an.

In der Projektband spielten Sarah Voggel und Jana Kayser (Querflöte), Hubert Göhring und Tanja Campregher (Gitarre), Joachim Stark-Frick (Tuba), Constanze Stark-Frick (Klavier), Johannes Brandenburger (Percussions). An der Technik waren Peter Brandenburger und Joachim Stark-Frick.

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