Umweltschützer wollen Fracking verhindern

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Annamaria Waibel, Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe Pfullendorf, will Gas-Probebohrungen in der Region verhindern. Nach Auffassung
(Foto: bbb)
Barbara Baur

„Hände weg vom Grundwasser! Fracking verbieten!“ – Unter diesem Motto will der BUND Pfullendorf (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gemeinsam mit anderen Umweltgruppen am Samstag, 11. Oktober, auf die Gefahren der unkonventionellen Gasförderungsmethode Fracking hinweisen. „Wir wollen die Bürger darüber informieren, was auf uns zukommt“, sagt Annamaria Waibel, Vorsitzende der BUND-Ortsgruppe. „Denn bei uns in der Region ist Fracking geplant.“

Aus dem Arbeitsprogramm der britischen Firma Parkyn Energy gehe hervor, dass unter anderem auf verschiedenen Linien zwischen dem Umland Pfullendorfs und dem Bodensee seismologische Untersuchungen geplant sind. Dabei soll untersucht werden, ob sich die Förderung des in Schiefergestein gebundenen Erdgases in der Bodenseeregion lohne, erklärt Annamaria Waibel.

Protestaktionen geplant

Die Protestaktion am Samstag beginnt um 8.30 Uhr in Pfullendorf auf dem Marktplatz. „Es werden mehrere kurze Redebeiträge zu hören sein“, kündigt die BUND-Vorsitzende an. Bereits einer Stunde später, 9.30 Uhr, treffen sich die Akteure in Herdwangen-Schönach. Von der Bodenseestraße aus werden sie gemeinsam zum Rathaus gehen. „Dort wollen wir die Messlinien mit rot-weißem Absperrband symbolisch darstellen“, sagt Annamaria Waibel. „Eine Linie von 100 Kilometern können wir nicht realistisch darstellen, trotzdem wollen wir sie auf einer kleinen Fläche veranschaulichen“, erklärt sie. Über Hohenfels-Selgetsweiler, wo zwischen 10.30 und 12 Uhr Aktionen geplant sind, geht es nach Überlingen. Um 13 Uhr ist eine Kundgebung am Mantelhafen geplant. „Dort werden künstlerische Beiträge zu sehen und Redebeiträge zu hören sein“, sagt Waibel.

Anlass für die Protestaktion ist eine Konzession, die das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) in Freiburg der Firma Parkyn Energy 2009 erstmals erteilt hat. Die Firma hat damals den Auftrag bekommen, die Regionen um Konstanz und Biberach bis Ende 2013 auf Schiefergasvorkommen zu untersuchen. Weil sie diese Frist nicht eingehalten hat, wurde sie bis Ende 2015 verlängert. Dass der Zeitraum, in dem die Untersuchungen genehmigt wurden, nun schon wieder fast zur Hälfte abgelaufen ist, beruhigt die Umweltschützer aus der Region nicht. Im Gegenteil – für sie ist das ein Warnzeichen.

Denn nach wie vor habe die Firma die Absicht, das Gebiet für die Gasförderung zu erschließen, glaubt Waibel: „Parkyn Energy plant parallel zu geochemischen Untersuchung die Durchführung von seismischen 2D-Messungen auf einer Länge von 100 Kilometern.“ Zusätzlich soll das Gebiet aus der Luft überprüft werden. Auf einer Informationsveranstaltung der Fracking-Firma im November 2012 in Illmensee seien diese Schritte angekündigt worden. Waibel folgert: „Wenn Fracking nicht geplant wäre, würde es auch keine Untersuchungen geben. Dass die Untersuchungen geplant sind zeigt, dass die Firma weiterhin Interesse an dem Fördergebiet hat.“

Sollten die seismischen Untersuchungen zeigen, dass sich die Region für die Gewinnung von Schiefergas eignet, könne die Firma einen Antrag auf Gewinnungsbewilligung stellen, erklärt Annamaria Waibel. „Wenn dieser Antrag dann vom Bergamt bewilligt wird, können Probebohrungen beginnen“, sagt sie.

Unter dem Namen „Global Frackdown“ organisieren am Samstag weltweit Umweltgruppen Aktionen gegen Fracking. Die Proteste in der Region werden vom Bündnis „No Fracking Bodensee“ organisiert, zu dem Vereine und Umweltgruppen wie BUND, Nabu, Wasserkarawane, Bürgersinn, Friedenskreis und Überlinger Schulen gehören.

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